Saisonabschluss in Bielefeld
„Furchtbar schlecht“: Hertha geht in Bielefeld 1:6 unter
17.05.2026 – 21:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Zur Pause noch in Führung, am Ende mit sechs Gegentoren vom Platz: Herthas Saisonfinale endet in einem Debakel. Die mitgereisten Fans reagieren entsprechend.
Hertha BSC hat das letzte Spiel der Saison in der 2. Fußball-Bundesliga mit 1:6 bei Arminia Bielefeld verloren. Nach einer 1:0-Führung zur Halbzeit kassierte die Mannschaft in den zweiten 45 Minuten sechs Tore.
Den Berliner Führungstreffer erzielte Linus Gechter in der 37. Minute. Bielefelds Joel Grodowski drehte das Spiel mit zwei Toren binnen zehn Minuten (49./59.). Monju Momuluh (65.), Stefano Russo (74.), Semir Telalovic (90.+2) und Roberts Uldrikis (90.+6) erhöhten für die Arminia auf 6:1. Die Bielefelder standen zur Pause noch auf einem direkten Abstiegsplatz.
Rund 2.800 mitgereiste Berliner Fans pfiffen die Mannschaft nach dem Abpfiff aus. Innenverteidiger Niklas Kolbe zeigte sich selbstkritisch: „Die zweite Halbzeit war furchtbar schlecht. Mir ist unerklärlich, wie wir uns nach der Pause vor 3.000 mitgereisten Fans derart aufgeben konnten.“ Abwehrspieler Julian Eitschberger sah die Reaktion der Fans als berechtigt an: „Das Feedback der Fans war angemessen.“ Die zweite Halbzeit bezeichnete er als symptomatisch für die gesamte Spielzeit: „Wir laufen schon die ganze Saison unseren Ansprüchen hinterher.“
Das sagt Sportdirektor Benjamin Weber
Sportdirektor Benjamin Weber erkannte in der zweiten Halbzeit ein Muster der gesamten Saison: „Es sind Dinge passiert, die sich durch die ganze Saison gezogen haben: Wir haben die Standards nicht gut verteidigt und haben Disziplin und Effektivität vermissen lassen.“ Weber ergänzte: „Man kann jetzt nicht einfach sagen: Da war nichts.“
Trainer Stefan Leitl erklärte: „Wir hatten in der zweiten Halbzeit nicht mehr die nötige Energie; wir bekommen drei Standardgegentore, das musst du einfach besser verteidigen.“ Das Ergebnis sei „eine Packung, die sich sehr schlecht anfühlt. So darfst du dich nicht präsentieren.“ Dass Teile der Fans nach dem Spiel „Leitl raus“ riefen, fand der Trainer nachvollziehbar: „Das ist verständlich, wenn man sich so präsentiert.“
