Leser über mögliche Høiby-Begnadigung

„Man wird Gründe finden, die es möglich machen“


03.09.2026 – 15:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Marius Borg Høiby und Mette-Marit: Høiby ist der Stiefsohn des neuen norwegischen Königs Haakon VIII. (Quelle: Lise Aserud/NTB/dpa/dpa-bilder)

Der Skandal um Marius Borg Høiby erschüttert Norwegens Monarchie. Wird König Haakon VIII. seinen Stiefsohn begnadigen – und welchen Preis zahlt er dafür?

Der Skandal um Marius Borg Høiby überschattet weiterhin das norwegische Königshaus. Der 29-Jährige, den Mette-Marit aus einer früheren Beziehung in ihre Ehe mit Haakon brachte, wurde im Juni in einem Gerichtsprozess unter anderem in zwei Anklagepunkte der Vergewaltigung schuldig befunden. Das Strafmaß lautet vier Jahre Haft, Høiby hat Berufung eingelegt.

Derzeit befindet er sich im Hausarrest auf Schloss Skaugum in U-Haft. Zeitgleich dazu wurde sein Stiefvater vor wenigen Tagen König. Ein Amt, das ihm nach Artikel 20 der norwegischen Verfassung das Recht einräumt, Verurteilte zu begnadigen. Voraussetzung dafür seien nach Experteneinschätzung jedoch außergewöhnlichen Umstände. Viele t-online-Leser teilten auf einen Aufruf hin mit, ob sie eine Begnadigung Høibys durch König Haakon VIII. für wahrscheinlich halten und welche Folgen eine solche ihrer Einschätzung nach für die norwegische Monarchie haben könnte. Es herrscht Einigkeit darüber, dass das Image der Monarchie schon jetzt gelitten hat.

Dieter Menke geht davon aus, dass Høiby tatsächlich von Haakon begnadigt wird. „Zwar ist eine Begnadigung wohl nicht einfach, aber man wird schon Gründe finden, die es möglich machen“, ist der Leser überzeugt, prophezeit für den Fall jedoch negative Folgen für das norwegische Königshaus: „Das allgemeine Verständnis, die Zustimmung für die Monarchie, wird davon großen Schaden nehmen.“ Menke kritisiert, dass Høiby auch in U-Haft „alle erdenklichen Freiheiten“ genieße und sich „immer noch wie der Kaiser der Welt“ verhalte. Er fordert: „Seine Familie sollte sich von ihm distanzieren und alle Geschädigten und das ganze norwegische Volk um Verzeihung bitten.“

Jutta Sauer prophezeit etwas anderes: „Ich glaube nicht, dass König Haakon seinen Ziehsohn begnadigt. Ich denke, er hält sich raus – immerhin heißt das Motto: ‚Alles für Norwegen‘ und eine Begnadigung eines so schweren Verbrechers würde die Glaubwürdigkeit des Königshauses extrem beschädigen und er wäre auch extrem schlecht beraten, würde er dies in Erwägung ziehen.“

„Davon sollte Marius sich eine Scheibe abschneiden“

König Haakon VIII. übernehme Verantwortung für seinen Job und habe in seiner
Tochter, Kronprinzessin Ingrid Alexandra, eine würdige Nachfolgerin. „Davon sollte Marius sich eine Scheibe abschneiden und auch Verantwortung übernehmen.“ Es sei wichtig, dass Høiby die Konsequenzen seines Lebensstils spürt und seine Haftstrafe vollumfänglich absitzt.

Bezüglich des Images der Königsfamilie schreibt Ursula Kruck: „Es war elegant gelöst, dass Mette-Marit bei der Trauerfeier für König Harald nicht anwesend war. An gesundheitliche Aspekte glaube ich nicht. Sohn Marius hat schon zu viele Sonderbehandlungen bekommen. Wenn da ein nicht angemessenes Gerichtsurteil zu seinen Gunsten durchgesetzt wird, könnte die Stimmung im Volk schnell wieder kippen.“ Es sei schon jetzt ein „Ritt auf der Rasierklinge“.

Norbert Hagendorf hält den Fall Høiby für eine Zumutung für das norwegische Volk. Auch Mette-Marits Mutterliebe könne die Situation nicht mehr auffangen. „Das Ansehen der Königsfamilie ist mehr als stark angekratzt, nicht nur in Norwegen, sondern auch in der Welt.“

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