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Gesundheit

44 Prozent sehen klare Verschlechterung

wochentlich.deBy wochentlich.de11 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Hausärztliche Versorgung

Patienten werden immer unzufriedener


11.09.2026 – 15:40 UhrLesedauer: 3 Min.

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Patienten vor einer Hausarztpraxis: Viele Menschen beklagen eine Verschlechterung der hausärztlichen Versorgung. (Quelle: IMAGO/ Hofer/imago)

Lange Wartezeiten, wenige Hausärzte: Patienten fühlen sich immer schlechter versorgt. Besonders im Osten des Landes kriselt es.

Gibt es in Deutschland ausreichend Hausarztpraxen? Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat rund 5.000 Menschen in Deutschland nach ihrer Zufriedenheit mit der hausärztlichen Versorgung befragt und zeichnet ein alarmierendes Bild.

So gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sich die hausärztliche Versorgung in ihrer Region in den vergangenen Jahren verschlechtert habe. Dabei sind jedoch große regionale Unterschiede feststellbar. Vor allem in Sachsen-Anhalt (55 Prozent), Thüringen und Brandenburg (jeweils 54 Prozent) hat sich die Versorgung nach Meinung der Befragten zuletzt verschlechtert. In Hamburg (35 Prozent), Bayern (40 Prozent), Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen (jeweils 41 Prozent) behaupteten das deutlich weniger Befragte.

Längere Wartezeiten befürchtet

Dass sich die Situation in Zukunft verbessern wird, erwarten die wenigsten. Im Gegenteil: Durch das vom Bundestag jüngst beschlossene GKV-Spargesetz werde sich die Versorgung weiter verschlechtern, befürchten viele. So gehen 62 Prozent von künftig längeren Wartezeiten aus, 60 Prozent glauben, dass sich der Arzt künftig weniger Zeit für sie nehmen wird.

Für die meisten Menschen ist eine gute Versorgung durch den Hausarzt ein wichtiger Bestandteil der eigenen Wohn- und Lebensqualität. 81 Prozent der Befragten bestätigten dies. Und es wird laut Umfrage auch immer mehr zu einem Kriterium bei politischen Wahlen. Über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) gab an, dass die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung ihre Wahlentscheidung bei den kommenden Wahlen mitbeeinflussen werde – das sind 14 Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren.

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  • Neues System geplant: Erst Hausarzt, dann Facharzt: Was sich für Patienten ändern soll

„Die hausärztlichen Praxen stehen derzeit unter einem enormen Druck“, bemerkte Nicola Buhlinger-Göpfarth, Vorsitzende des Hausärzteverbands. Kritik gibt es vor allem am GKV-Spargesetz, aber auch an der geplanten Verschärfung der Arbeitsunfähigkeitsregelungen.

Kritik an Abschaffung von telefonischer Krankschreibung

So beabsichtigt die Bundesregierung aufgrund des hohen Krankenstands, die telefonische Krankschreibung wieder abzuschaffen. Zudem sollen Arbeitnehmer bereits ab dem ersten Fehltag ein Attest vom Arzt vorlegen müssen. Eine Maßnahme, die Buhlinger-Göpfarth als „vollkommen sinnlos“ bezeichnete. In dieser Frage sind die Deutschen jedoch gespalten. Zwar lehnen 51 Prozent der Befragten die schärferen Maßnahmen ab, 37 Prozent befürworten sie allerdings.

Neben der Abschaffung der schärferen Arbeitsunfähigkeits-Regelungen richtete der Verband auch weitere Forderungen an Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU). Dazu gehörte auch die von der Bundesregierung angekündigte Umsetzung eines verbindlichen Primärversorgungssystems.

Primärversorgungssystem: Gesetzentwurf im November

Dieses sieht vor, dass Patienten zukünftig immer erst ihren Hausarzt aufsuchen müssen, statt direkt einen Facharzt zu konsultieren. Der Hausarzt begutachtet die medizinischen Probleme der Patienten und verweist diese – sofern notwendig – an den entsprechenden Facharzt. Gleichzeitig soll die Arbeit in den Praxen auf mehr Schultern verteilt werden. So sollen neben dem Arzt auch andere Fachkräfte künftig Routinearbeiten, wie die Versorgung von Wunden oder die Messung von Vitaldaten, durchführen dürfen.

Ein Gesetzesentwurf zum neuen Primärversorgungssystem soll bis Ende November vorliegen. Dies teilten die Gesundheitspolitiker Emmi Zeulner (CSU) und Christos Pantazis (SPD) auf einer Fachveranstaltung mit. Im kommenden Jahr könne dann der Bundestag über das Thema beraten. Das politisch erklärte Ziel sei es, dass das neue Versorgungssystem ab 1. Januar 2028 greife und für alle Patienten verpflichtend sei.

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