Insgesamt war eine Behandlungsdauer von bis zu 56 Wochen vorgesehen. Bei manchen Patienten endete die Behandlung früher, etwa weil der Krebs zurückkehrte oder die Nebenwirkungen zu stark waren.
Wie groß ist der Nutzen der Impfung?
Die Forscher beobachteten die Patienten nach Beginn der Studie im Median rund zwei Jahre lang. Das bedeutet: Die eine Hälfte wurde kürzer, die andere länger beobachtet. Dabei hat sich gezeigt: Zwei Jahre nach Beginn der Behandlung lebten von jeweils 100 Patienten mit der zusätzlichen Impfung rund 82, ohne dass der Krebs zurückgekehrt war. In der Vergleichsgruppe waren es nur 70. Mit der Impfung blieben also etwa zwölf von 100 Patienten mehr am Leben und ohne Rückfall.
Die von den Herstellern genannte Zahl von 42 Prozent beschreibt den Nutzen auf eine andere Weise. Dafür betrachteten die Forscher den gesamten Zeitraum, in dem sie die Patienten beobachteten.
In dieser Zeit war das statistisch berechnete Risiko, dass der Krebs zurückkehrte oder ein Patient starb, mit der zusätzlichen Impfung um 42 Prozent geringer. Das bedeutet nicht, dass 42 von 100 Patienten zusätzlich vor einem Rückfall bewahrt wurden. Die 42 Prozent beziehen sich vielmehr auf die Verringerung des Risikos im Vergleich zur Gruppe ohne Impfung.
Die Forscher untersuchten außerdem, wie häufig sich der Krebs in andere Körperregionen ausbreitete und dort neue Tumoren bildete. Solche Tochtergeschwülste nennt man Metastasen. Das Risiko, dass solche Metastasen auftraten oder ein Patient starb, war mit der Impfung um 38 Prozent geringer. Beide Ergebnisse waren statistisch signifikant. Das bedeutet, dass die gemessenen Unterschiede sehr wahrscheinlich nicht allein durch Zufall entstanden sind.
Hat die Impfung Nebenwirkungen?
Ja. Von den Studienteilnehmern, die den Impfstoff erhalten hatten, berichteten 95,8 Prozent über Beschwerden, die die Ärzte auf die Behandlung zurückführten. In der Vergleichsgruppe, die statt des Impfstoffs eine wirkungslose Spritze erhielt, aber ebenfalls mit Keytruda behandelt wurde, waren es 90 Prozent.
Besonders häufig traten bei den geimpften Patienten Fieber (52,2 Prozent), Schmerzen an der Einstichstelle (51 Prozent) und Müdigkeit (38,5 Prozent) auf. Schwere Nebenwirkungen waren dagegen in beiden Gruppen ähnlich häufig. Sie betrafen 14,2 Prozent der Patienten mit der zusätzlichen Impfung und 13,4 Prozent der Patienten ohne Impfung.
Ist das wirklich ein medizinischer Durchbruch?
In Schlagzeilen ist mitunter von einer „Sensation“ und einem „Meilenstein“ die Rede. Und tatsächlich könnte sich hier ein wichtiger Fortschritt in der Krebsforschung abzeichnen: Erstmals zeigt eine große Phase-3-Studie, dass eine individuell auf den Tumor zugeschnittene mRNA-Impfung die Krebsbehandlung verbessern kann. An diesem Ansatz wird seit Jahren geforscht.