Iran-Krieg hat Folgen

150 Flüge in Köln/Bonn gestrichen – Buchungen verlagern sich


11.05.2026 – 12:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Gestrichene oder abgesagte Flüge stehen auf einer Anzeige am Flughafen Köln/Bonn (Archivbild): Auch hier sind die Auswirkungen des Nahostkonflikts deutlich spürbar.

Gestrichene oder abgesagte Flüge stehen auf einer Anzeige am Flughafen Köln/Bonn (Archivbild): Auch hier sind die Auswirkungen des Iran-Kriegs deutlich spürbar. (Quelle: IMAGO/Marc John)

Teilweise gesperrte Lufträume und Kerosinmangel belasten auch den Flughafen Köln/Bonn. Schon jetzt ändern Reisende ihr Verhalten.

Der Iran-Krieg mit dem anhaltenden Konflikt um die Straße von Hormus hat Auswirkungen auf den Luftverkehr am Flughafen Köln/Bonn. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar seien rund 150 Flüge gestrichen oder annulliert worden, sagte Thilo Schmid, Vorsitzender der Geschäftsführung am Flughafen Köln/Bonn, am Donnerstag vor Journalisten. Die Auswirkungen in Köln/Bonn seien im Vergleich zu anderen Flughäfen vergleichsweise gering.

Die Ursachen können dabei variieren: So hatten viele Fluggesellschaften nach Ausbruch des Krieges ihr Angebot im Nahen Osten und auf der Arabischen Halbinsel deutlich reduziert, teilweise kam es zu Sperrungen einzelner Lufträume. Auch eine drohende Kerosinknappheit durch die anhaltenden Einschränkungen in der Straße von Hormus beschäftigt die Fluggesellschaften in Deutschland und Europa weiter.

Flughafen Köln/Bonn: 150 Flüge wegen Iran-Krieg gestrichen

Teil der 150 annullierten Flüge sind auch Verbindungen der Lufthansa CityLine, die von Köln/Bonn aus innerdeutsche Flüge angeboten hatte. Sie hatte ihren Betrieb am 18. April eingestellt.

„Wir nehmen eine Buchungszurückhaltung seitens der Reisenden war, vor allem für Ziele in Ägypten oder der Türkei“, sagte Flughafen-Chef Schmid weiter. Die Türkei ist dabei ein besonders relevanter Markt für Köln/Bonn. Im vergangenen Jahr flogen rund drei Millionen Passagiere aus Köln in die Türkei. Antalya war mit etwas mehr als einer Million Passagieren sogar das beliebteste Reiseziel am Airport.

Passagiere halten sich zurück: Weniger Buchungen für Ägypten und die Türkei

Während sich die Reisenden bei Verbindungen nach Ägypten oder in die Türkei zurückhalten, steigt das Interesse an anderen Zielen. „Viele Menschen schwenken derzeit auf Ziele in Spanien, Griechenland oder Italien um“, erklärte Schmid weiter. Mit Rimini hatte der Flughafen erst kürzlich ein neues Ziel in Italien in den Sommerflugplan aufgenommen. Das Frachtgeschäft, ein wichtiger Faktor am Standort in der Wahner Heide, sei dagegen weiterhin stabil.

Ob viele Menschen 2026 auf eine Flugreise verzichten oder schlichtweg später buchen würden, sei schwer vorhersehbar. Schmid erklärte, er wolle noch „keine finale Prognose“ für das Jahr 2026 abgeben.

Iran-Krieg: Dubai-Flüge in Köln werden von Eurowings gestrichen

Der Angriff US-amerikanischer und israelischer Streitkräfte auf den Iran hatte Gegenangriffe ausgelöst, die auch beliebte Urlaubsziele wie Dubai oder Katar getroffen hatten. Eurowings stelle unter anderem den Flugverkehr von Köln/Bonn nach Dubai ein. Im Winterflugplan hatte die Airline zeitweise bis zu vier Verbindungen pro Woche in das Emirat eingeplant.

Das Jahr 2025 hatte der Flughafen Köln/Bonn zum vierten Jahr in Folge mit einem Gewinn abgeschlossen. Mit 10,1 Millionen Passagieren knackte der Airport dabei erneut die Zehn-Millionen-Marke.

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