Fidias Panayiotou wurde als unabhängiger Europaabgeordneter gewählt und verspricht, im Sinne seiner Anhänger abzustimmen – und „Politik cool zu machen“.
Ein beliebter YouTuber aus Zypern erklärte in den vergangenen Monaten seinen mehr als 2,6 Millionen Abonnenten, warum und wie er als unabhängiger Abgeordneter ins Europäische Parlament gewählt wurde.
Der neugewählte zyprische Europaabgeordnete Fidias Panayiotou trampte zur konstituierenden Plenarsitzung nach Straßburg, weil er dachte, das würde mehr Spaß machen und billiger sein.
Doch der 24-Jährige sagte gegenüber Euronews, er betrachte die Reise auch als Symbol dafür, was er mit seiner neuen Plattform erreichen wolle.
„Wir haben es in gewisser Weise symbolisch gemacht, um zu zeigen, dass Politiker normale Menschen sind, und um die Menschen den Politikern näher zu bringen, denn Politiker stehen über den Menschen und sind weit von ihnen entfernt“, sagte Panayiotou.
„Wir wollen die Kluft überbrücken, die die Menschen zu Politikern spüren. Unser Ziel für die nächsten fünf Jahre ist, Politik cool zu machen.“
Das jüngste Beispiel dieser „coolen Politik“ war die Verwendung eines einfachen Blattes Papier mit einer kleinen Grafik, um die Beziehung zwischen dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Kommission zu erklären.
Ein weiteres Video zeigt, wie er sein Team auswählte, zu dem ein ehemaliger Lehrer und einer seiner besten Freunde gehören.
Was Follower wollen
Panayiotou, der über keinerlei politische Erfahrung verfügt, sagt außerdem, er wolle seine Politik auf der Meinung seiner Anhänger aufbauen.
„Mit meiner Kandidatur geben wir einen Einblick in eine direktere Demokratie, denn meine Videos erhalten Tausende von Kommentaren und Millionen von Aufrufen“, erklärt er und behauptet, er wisse, was die Menschen denken und könne den Willen des Volkes auf das Parlament übertragen – eine Vision der Demokratie, die weder Glaubwürdigkeitsfilter noch Kontrollmechanismen anwendet.
„Das ist etwas ganz Einzigartiges, das nicht viele Leute haben.“
Diesen Ansatz hat er bereits bei einer der wichtigsten Entscheidungen dieser Woche angewandt: der Wahl des Präsidenten der Europäischen Kommission.
Der Influencer hatte seine Follower per Video zu einer Verhaltensumfrage befragt und von den 300.000 Teilnehmern rieten ihm 75 Prozent, gegen Ursula von der Leyen zu stimmen.
Der frischgebackene Europaabgeordnete erklärte in seinem neuesten Video, er sei ihrem Rat gefolgt und habe sich enthalten.
