Unwetter ziehen über Deutschland
Strommasten an Autobahn knicken um – Tote bei Unfall
Aktualisiert am 01.06.2026 – 02:19 UhrLesedauer: 3 Min.
Zwei Unfalltote auf einer verregneten Straße im Süden, ein eingeschlagener Blitz in einer Kirche im Norden: Teile Deutschlands haben schwere Unwetter erlebt.
Nach der Sommerhitze hat ein Wetterumschwung in Teilen Deutschlands zahlreiche witterungsbedingte Einsätze und Notfälle ausgelöst. Heftige Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen entwurzelten Bäume, Strommasten knickten um und Autos wurden beschädigt, wie die Polizeipräsidien mitteilten.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob am späten Abend schließlich alle noch bestehenden Unwetterwarnungen vor schweren Gewittern wieder auf. Gebietsweise könne es aber weiterhin zu Gewittern mit Starkregen und Sturmböen kommen, so der DWD.
Zwei Tote in Baden-Württemberg
Bei einem Unfall auf regennasser Straße kamen in Bruchsal nördlich von Karlsruhe zwei Menschen ums Leben. Nach Polizeiangaben geriet das Auto eines 65-Jährigen wegen Aquaplaning während eines Unwetters auf der Bundesstraße 35 in den Gegenverkehr. Dort stieß es mit einem Fahrzeug zusammen, in dem ein 55-jähriger Mann und eine ein Jahr jüngere Frau saßen – die beiden kamen bei der Kollision ums Leben. Der 65-Jährige wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die Bundesstraße wurde für mehrere Stunden gesperrt.
Aquaplaning entsteht, wenn sich bei nasser Fahrbahn ein Wasserfilm zwischen Autoreifen und Straße bildet. Die Reifen können das Wasser nicht mehr schnell genug verdrängen. So verliert das Auto die Bodenhaftung, es beginnt auf dem Wasser zu schwimmen und lässt sich nicht mehr lenken oder bremsen.
Anderswo in Baden-Württemberg zogen die angekündigten Gewitterwolken zunächst ohne größere Sachschäden über das Land hinweg. „Es gab nichts. Das ist an uns vorbeigegangen“, sagte ein Sprecher der Polizei in Freiburg. Auch im württembergischen Teil kam es trotz zwei Unwetterwarnungen für die Regierungsbezirke Tübingen und Stuttgart zu keinen größeren Polizeieinsätzen wegen des Wetters.
Blitzeinschlag in Kirche in Osnabrück
Einen ganz besonderen – und glimpflich ausgegangenen – Schreckmoment erlebten die Gäste einer Tauffeier in Osnabrück: Dort schlug ein Blitz in die Kirche ein, in der die Feier abgehalten wurde. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte. Während der Zeremonie in der Pauluskirche hatte es demnach plötzlich einen lauten Knall gegeben. Zur gleichen Zeit schlug auch ein Blitz in den Dachstuhl eines Wohnhauses in Melle im Landkreis Osnabrück ein. Auch hier gab es keine Verletzten, aber einen Brand.
- Unwetter mit Superzellen: „Schwergewitter-Serie kommt mit Wucht“
