Unheimlicher Fall in NRW

Zwei Babyleichen – Polizei bittet um Hilfe


01.06.2026 – 15:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Das 1999 in Dortmund gefundene Mädchen trug blaue Babykleidung: Der Säugling starb durch Gewalteinwirkung. (Quelle: Polizei)

Erst liegt ein totes Baby in einem Rucksack, dann wird die Leiche eines weiteren Säuglings entdeckt – wieder in einem Rucksack. Der Zusammenhang ist eindeutig.

Die Polizei gibt in einem Cold Case nicht auf: Nach dem Fund von zwei Babyleichen bitten die Beamten jetzt die Bevölkerung um Hilfe. Der Fall soll am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ dem TV-Publikum vorgestellt werden.

Die Arbeit der Polizei begann am ersten Weihnachtsfeiertag 1999: In einem Dortmunder Park lag ein schwarzer Lederrucksack, darin der Körper eines in Handtücher eingewickelten, kleinen Mädchens. Das Baby sei rund zwei Wochen zuvor lebend und ohne medizinische Versorgung geboren worden, teilte die Polizei mit. Es habe etwa 3.600 Gramm gewogen – und starb laut Polizei durch Gewalteinwirkung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes.

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Fünfeinhalb Jahre später wurde eine weitere Babyleiche entdeckt, dieses Mal in Krefeld, rund 70 Kilometer weiter westlich. Auch der kleine Junge befand sich in Handtücher eingewickelt in einem Rucksack. Am 11. Mai 2005 wurde der tote Säugling nahe dem Hauptbahnhof abgelegt. Er sei womöglich kurz nach der Geburt gestorben, teilte die Polizei mit.

In diesem Rucksack lag das in Dortmund entdeckte Mädchen. (Quelle: Polizei)

Ermittlungen ergaben: Die beiden Babys waren Geschwister. „Sie hatten dieselbe Mutter“, erklärte Staatsanwältin Gülkiz Yazir t-online. Das Kind in Krefeld sei anders als das in Dortmund gefundene Mädchen aber nicht getötet worden.

Diese Annahmen der Ermittler: Briefe liefern Spur

Die Beamten haben mehrere Vermutungen zu dem Fall: Weil das 1999 in Dortmund gefundene Mädchen blaue Babykleidung trug, nehmen die Ermittler an, dass in dem Haushalt möglicherweise bereits ein männliches Geschwisterkind lebte. Außerdem glauben sie, dass die Mutter eventuell zunächst im Raum Dortmund wohnte und dann nach Krefeld oder Umgebung gezogen ist oder zumindest Bezüge nach Krefeld pflegte.

Eine weitere Spur könnten anonyme Briefe sein, die wenige Tage nach dem Fund des toten Jungen bei der Polizei eingingen: Die Verfasserin behauptete darin, die Mutter des Jungen zu sein. Sprachliche Auffälligkeiten und das verwendete Papier deuteten darauf hin, dass die Schreiberin möglicherweise aus der ehemaligen DDR stammen könnte.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Briefe tatsächlich von der Mutter geschrieben wurden. Weil sie unter anderem an die Polizei Viersen gingen, vermutet die Polizei, dass Zeugen oder die Eltern der Kinder auch Bezüge nach Viersen oder angrenzende Kreisgebiete haben könnten.

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