
Öffentlich-Rechtliche im Check der Leser
„Ich würde auch gern das Doppelte zahlen“
11.01.2026 – 08:36 UhrLesedauer: 3 Min.
Rund zehn Milliarden Euro jährlich werden aufgewendet, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu finanzieren. Während die einen ihren Rundfunkbeitrag gut eingesetzt sehen, sind andere mit dem Zustand der Sender unzufrieden.
Kurz nach der Gründung der Bundesrepublik entstand in Deutschland der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Und obwohl im Laufe der Zeit zahlreiche kommerzielle Konkurrenten hinzukamen, sind zumindest im Fernsehen ARD, ZDF und die dritten Programme noch heute führend. So erreichten sie im Dezember zusammengerechnet 41,1 Prozent des Marktanteils.
Doch das System ist massiver Kritik ausgesetzt, damals wie heute. Vor allem angesichts der hohen und immer weiter steigenden Kosten fordern viele Nutzer Einsparungen. So auch Florian Harms, der in einer viel diskutierten Folge des „Tagesanbruchs“ schreibt: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk war einst ein Bollwerk gesellschaftlicher Aufklärung. Heute droht er an Überfettung zu ersticken. Es ist Zeit für eine Diät.“ Dem Kommentar des Chefredakteurs von t-online folgten zahlreiche Zuschriften, in denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Ganzes diskutiert wird.
Georg Streubel schreibt: „Die ungeheure Geldverschwendung ärgert mich seit vielen Jahren. Es fehlt allgemein die kritische Befassung mit dem Thema Geldverbrennung durch die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Veränderungen sind dringend notwendig. Aber wer soll diese anstoßen?“
„Ich zahle den Rundfunkbeitrag gern, obwohl ich als Rentner mittlerweile aufs Geld achten muss“, verrät Thomas Nestinger. „Ich würde auch gern das Doppelte zahlen, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesichert zu sehen.“
Petra Gotthardt mailt: „Als Mainzerin wundere ich mich seit Jahren über das zunehmend biedere und schlechte Programm des ZDF und anderer öffentlich-rechtlicher Sender. Von Ausgewogenheit und Blick über den Tellerrand kann bei politischen Sendungen nur noch selten die Rede sein. Vor allem ist von kreativer und zuversichtlicher Zukunftsorientierung wenig zu spüren.“
„Ich bin gern bereit, den Rundfunkbeitrag zu zahlen“, informiert Kirsten Westphal-Karkow. „Ich habe wunderbare Mediatheken, werde nicht mit lauten Dummsendungen zugeschüttet und brauche keine Werbung über mich ergehen zu lassen. Es wäre für mich ein Riesenverlust, hätte ich diese Fernsehoase nicht mehr.“
Max Nimmer sagt: „Man hat sich inzwischen meilenweit von den Forderungen des Medienstaatsvertrages entfernt. Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, Objektivität und eine wahrheitsgemäße, neutrale Information sowie die Abbildung größtmöglicher Meinungsvielfalt sind gesetzliche Pflichten. In der Realität präsentieren sich ARD und ZDF jedoch zunehmend als Sender, die dem politisch grün-roten Establishment nahestehen.“
„Es gibt genügend wirtschaftliche, politische und sozialkritische Sendungen sowie viele gut recherchierte Nachrichtensendungen“, richtet Elke Kofler an Zweifler des Systems. „Für gute Recherche, Nachrichten und Unterhaltung, die ohne Werbung auskommt, bin ich auch bereit, Rundfunkbeitrag zu bezahlen.“












