Geldwäscheprävention
Bekannter Zinsplattform droht offenbar Ärger
17.08.2026 – 10:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Berliner Fintech Raisin vermittelt Tages- und Festgeldangebote an mehr als eine Million Kunden. Nun soll die Finanzaufsicht Bafin eine strenge Maßnahme prüfen.
Die Finanzaufsicht Bafin verliert offenbar die Geduld mit dem Berliner Fintech Raisin. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ erwägt die Behörde, einen Sonderbeauftragten zur Raisin Bank zu schicken. Dieser solle demnach mutmaßliche Mängel in der Geldwäscheprävention aufarbeiten.
Ein solcher Schritt gilt als besonders weitreichende aufsichtsrechtliche Maßnahme. Die Bafin setzt Sonderbeauftragte in der Regel dann ein, wenn sie der Ansicht ist, dass ein Finanzinstitut bestehende Probleme nicht schnell genug oder nicht ausreichend behebt. Dem Bericht zufolge ist im Fall Raisin bislang aber noch kein entsprechender Bescheid verschickt worden. Das Unternehmen könnte die Maßnahme also noch abwenden.
- Vorsicht bei Barzahlungen: Wie Sie ungewollt gegen das Geldwäschegesetz verstoßen
- Früh starten, mehr profitieren: Das ändert sich jetzt beim Sparen
Eine Sprecherin von Raisin sagte der Zeitung, der Bank liege kein rechtskräftiger Bescheid der Bafin vor. Darüber hinaus kommentiere das Unternehmen Marktgerüchte grundsätzlich nicht. Die Bafin äußerte sich auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ nicht. Auch t-online hat Raisin um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort liegt noch nicht vor.
Was ein Sonderbeauftragter bedeutet
Die Entsendung eines Sonderbeauftragten ist für Banken und Finanzdienstleister unangenehm. Sie signalisiert, dass die Aufsicht erhebliche Defizite sieht und deren Behebung eng überwachen will. Zudem entstehen für das betroffene Institut meist hohe Kosten.
In den vergangenen Jahren hatte die Bafin unter anderem bei der Neobank N26, dem Zahlungsdienstleister Unzer und der Deutschen Bank Sonderbeauftragte eingesetzt. Bei der Deutschen Bank geschah dies sogar mehrfach und über längere Zeiträume.
Mehr als eine Million Kunden
Raisin gehört zu den bekanntesten deutschen Finanz-Start-ups. Das Unternehmen wurde 2012 gegründet und ist vielen Sparern noch unter der Marke „Weltsparen“ bekannt. Über die Plattform können Kunden Tages- und Festgeldangebote verschiedener Banken in Europa nutzen.
- Zinscheck: Zwei Banken bieten im Sommer 4 Prozent Zinsen
Nach Unternehmensangaben hat Raisin mehr als eine Million Kunden in mehr als zehn Ländern. Das Fintech wird mit mehr als zwei Milliarden Euro bewertet. Größere Bekanntheit erlangte Raisin zuletzt auch als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten Union Berlin.
Für Kunden ergibt sich aus dem Bericht zunächst kein Hinweis auf eine unmittelbare Gefährdung ihrer Einlagen. Bei den von der „Süddeutschen Zeitung“ beschriebenen Vorwürfen geht es um mutmaßliche Mängel in der Geldwäscheprävention und damit um aufsichtsrechtliche Fragen innerhalb der Bank.