Familienhund tot, Mutter verletzt
Wolf soll Kind bei Grillabend angegriffen haben
22.07.2026 – 12:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein mutmaßlicher Wolfsangriff in der Toskana verunsichert die Bürger: Offenbar nur, weil ein Familienhund dazwischenging, soll ein Kleinkind unverletzt geblieben sein.
Italien debattiert über einen mutmaßlichen Wolfsangriff. Medienberichten zufolge ereignete sich dieser am vergangenen Samstagabend in der Toskana.
Demnach bereitete eine Familie in Orbicciano, einem Ortsteil der Gemeinde Camaiore in der Provinz Lucca, einen Grillabend vor. Die Mutter traf letzte Vorbereitungen in der Küche, der Vater baute im Garten den Grill auf, und der zwei Jahre alte Sohn spielte auf dem Rasen.
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Plötzlich habe sich ein ausgewachsener Wolf genähert und das Kleinkind bedroht, berichtete der „Corriere della Sera“. Der Familienhund, ein Labrador-Schäferhund-Mischling, habe als Erstes die Gefahr gespürt und sich dazwischengeworfen.
Wolfsangriff in der Toskana: Hund tot, Kind unverletzt
Ein Kampf zwischen Hund und Wolf entbrannte. Die Mutter der Familie habe noch versucht, einzugreifen, sei dabei aber verletzt worden, hieß es. Letztlich behielt der Wolf den Berichten zufolge die Oberhand – er tötete den Familienhund und schleppte ihn in den Wald. Der Vater und einige Nachbarn sollen dort den Kadaver gefunden haben.
Das Kind blieb unverletzt. Die Mutter konnte das Krankenhaus nach kurzer Behandlung wieder verlassen.
Lobbyorganisation plädiert für stärkere Regulierung
Der Vorfall erinnert an einen anderen, der sich Medienberichten zufolge Anfang Juli in der Provinz Terni in Mittelitalien zugetragen hat: In der Gemeinde Arrone soll ein Wolf ein vierjähriges Mädchen von hinten attackiert und mehrere Meter weit mitgeschleift haben, bevor die Mutter und Anwohner das Raubtier vertreiben konnten. Das Kind kam mit leichten Verletzungen und einem Schock ins Krankenhaus.
Nach der Attacke in der Toskana meldete sich auch der Nationale Verband für den Schutz der Umwelt und des ländlichen Lebens zu Wort. Die Lobbyorganisation plädiert für eine stärkere Regulierung der Wolfspopulation, insbesondere in Gebieten, in denen Wölfe zunehmend in die Nähe von Siedlungen und landwirtschaftlichen Betrieben kommen. „Niemand will die Ausrottung der Wölfe“, erklärte die Organisation in einer Stellungnahme. Aber Ausnahmeregelungen gemäß der europäischen Gesetzgebung, die bei Gefahr für die Bevölkerung auch das Töten von Wölfen zulassen, müssten genutzt werden.
