Anklage erhoben

Iran soll Attentate auf zwei prominente Deutsche geplant haben

Aktualisiert am 21.05.2026 – 17:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Volker Beck und Josef Schuster: Der Iran wollte wohl Killer auf sie ansetzen (Archivbild). (Quelle: Michael Gottschalk/photothek.net via www.imago-images.de/imago)

Ein mutmaßlicher Agent soll Attentate auf Volker Beck und Josef Schuster vorbereitet haben. Die Bundesanwaltschaft hat nun Anklage gegen zwei Männer erhoben.

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Männer erhoben, die im Auftrag iranischer Stellen Mord- und Brandanschläge in Deutschland vorbereitet haben sollen. Die Anklage gegen den dänischen Staatsangehörigen Ali S. und den afghanischen Staatsangehörigen Tawab M. ging bereits am 7. Mai beim Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg ein, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatten der „Spiegel“ und die „Bild“ über die Anklage berichtet.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll der in Dänemark lebende Ali S. für den Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden gearbeitet und enge Kontakte zu deren Spezialeinheit Quds-Kräfte unterhalten haben. Anfang 2025 habe er den Auftrag erhalten, Informationen über den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland und den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft einzuholen. Dabei handelt es sich um Josef Schuster und Volker Beck. Zudem sollte Ali S. demnach zwei jüdische Lebensmittelhändler in Berlin ausspähen.

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All dies habe der Vorbereitung von Mord- und Brandanschlägen in Deutschland gedient, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Ali S. soll im Frühjahr 2025 in Berlin mehrere Orte ausgekundschaftet und nach Komplizen für künftige Anschläge gesucht haben. Ihm werden unter anderem geheimdienstliche Agententätigkeit, Agententätigkeit zu Sabotagezwecken sowie der Versuch der Beteiligung an Verbrechen des Mordes und der schweren Brandstiftung vorgeworfen.

Waffe für Anschlag auf Beck

Spätestens im Mai 2025 soll Ali S. nach Darstellung der Ermittler Kontakt zu Tawab M. aufgenommen haben. Dieser habe sich bereit erklärt, einem bislang unbekannten Dritten eine Waffe zu verschaffen. Außerdem habe er ihn zu einem Mordanschlag auf Volker Beck veranlassen sollen. Tawab M. wird versuchte Beteiligung an einem Mord zur Last gelegt.

Beck forderte als Reaktion Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf, den iranischen Botschafter auszuweisen. „Deutschland darf nicht tatenlos zusehen, wie ausländische Staaten sich hierzulande an die Ermordung von Juden und Israelfreunden machen“, sagte Beck dem „Spiegel“. Der „Bild“ sagte er: „Die Ermittlungen zeigen, dass der Iran Deutschland und seine Bürger angreift.“ Zugleich betonte Beck, man dürfe sich nicht einschüchtern lassen.

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