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Putins liebster Hetzer jammert im Live-TV
11.06.2026 – 14:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Putins wichtigster TV-Hetzer zeigt plötzlich Gefühle: Wladimir Solowjow jammert im Studio über eine bittere Kränkung. Doch aus der Selbstmitleid-Nummer wird rasch wieder eine Schimpftirade.
Wladimir Solowjow ist Wladimir Putins liebster Propagandist. Seine Sendung „Der Abend mit Wladimir Solowjow“ gehört zu den zentralen Propaganda-Sendungen des russischen Staatsfernsehens. Der meist in schwarz gekleidete Diener des Kreml träufelt mehrere Stunden am Tag dem Publikum sein Gift ein. Im Dienste Putins schreckt er vor nichts zurück: vor keiner Provokation, vor keiner Lüge, vor keiner Beleidigung. Seine wütenden Tiraden im Live-TV sind berüchtigt.
Doch in einer seiner letzten Sendungen gab sich der Kreml-Propagandist plötzlich weinerlich. Der Grund: eine persönliche Beleidigung – zumindest aus der Sicht des TV-Talkmasters.
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Seine Sendung am vergangenen Sonntag – eines der Highlights in der Hierarchie der Polit-Talks – begann Solowjow mit einer traurigen Nachricht: Bei der Vergabe des wichtigsten russischen Fernsehpreises Tefi ging er leer aus. „Weder unseren bescheidenen Sendungen noch mir persönlich war in diesem Jahr etwas vergönnt. Scheinbar habe ich schlechte Arbeit geleistet“, stieg der Propagandist theatralisch tragisch in seine Show ein.
Wladimir Solowjow mimt den verkannten Helden
„Leute, die sich für Akademiker halten, bilden sich plötzlich ein, dass sie ohne meine Sendung und ohne mich auskommen“, fuhr er in Anspielung auf die Preisjury fort.
Die fehlende Einladung zum diesjährigen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg verschlechterte die Stimmung Solowjows zusätzlich. Der Umstand macht ihm offensichtlich so sehr zu schaffen, dass er es sich nicht verkneifen konnte, gegen die geladenen Gäste der Propagandaveranstaltung zu hetzen. Keiner von ihnen würde nämlich „auf den Gebieten der neuen Territorien“ arbeiten. Gemeint sind die annektierten ukrainischen Gebiete, die Putin für sich und Russland beansprucht.
Offenbar betrachtet Solowjow seine gelegentlichen Ausflüge in den Donbass als verdienstvolle Kriegseinsätze. Bei seinen weinerlichen Worten konnten die fünf Talk-Gäste in seinem Studio nur betreten zu Boden schauen.
Mutmaßlicher Vergewaltiger eingeladen – aber Solowjow nicht
Doch dann nahm Solowjow seinen gewohnten Faden wieder auf: „Warum können wir eigentlich nicht einen Schlag gegen die Wirtschaft der Europäer ausführen, damit sie keine Möglichkeit haben, die Ukraine zu finanzieren?“, fragte er in die Runde. „Haben wir etwa Angst, dass sie Moskau oder Sankt Petersburg angreifen?“ Das wäre doch schon passiert. Eine Antwort sei fällig. Europa würde nur Angst verstehen.
