Kanzlerdebatte
Wüst als Kanzler? Liminski rückt in NRW ins Rampenlicht
30.09.2026 – 20:16 UhrLesedauer: 2 Min.
NRW-Ministerpräsident Wüst wird seit Wochen als möglicher Kanzlerkandidat gehandelt. Nun äußert sich sein engster Vertrauter erstmals zu einer möglichen eigenen Rolle.
Nathanael Liminski hat eine mögliche Nachfolge von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst nicht ausgeschlossen. Auf einer Medienveranstaltung in Düsseldorf wurde der Chef der NRW-Staatskanzlei gefragt, ob er sich eher als künftiger Kanzleramtschef oder als neuer Ministerpräsident sehe, sollte Wüst tatsächlich als Kanzlerkandidat nach Berlin wechseln. Liminski ließ die Frage offen.
„Wenn es einmal dazu kommt, dann werde ich das zuerst mit ihm (Wüst) und dann mit meiner Frau besprechen“, sagte der 41-Jährige auf die Frage von Eva Quadbeck, Chefredakteurin des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Dass er sich eines Tages vor einer solchen Entscheidung sehen könnte, stritt Liminski damit zumindest nicht ab. „Ich habe große Freude an meiner aktuellen Aufgabe“, fügte er hinzu.
Liminski ist Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Medien des Landes NRW und gilt als einflussreicher Politstratege mit Schlüsselrolle für Wüst. Er sprach bei der Vorstellung einer journalistischen Kooperation des RND mit dem Düsseldorfer Online-Medium VierNull.
Wüst will 2027 in NRW antreten
Einen baldigen Bruch der Bundesregierung erwartet Liminski nicht. Auf die Frage, ob die Koalition bis zur NRW-Landtagswahl im April 2027 halte, antwortete er knapp: „Ja.“
Der 51-jährige Wüst steht seit Wochen als möglicher Nachfolger von Bundeskanzler Friedrich Merz im Gespräch. Merz steht nach drei verlorenen Landtagswahlen unter Druck. Auftrieb erhielt die Debatte zuletzt durch Wüsts dreitägige Türkei-Reise, bei der er in Ankara überraschend von Präsident Recep Tayyip Erdogan empfangen wurde.
Wüst selbst hatte versucht, die Spekulationen zu dämpfen. Im Deutschlandfunk sagte er vor der Reise: „Ich bleibe gern Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen.“ Er trete für die gesamte Legislaturperiode von fünf Jahren an. „Ich trete an für fünf Jahre, ich habe keine anderen Pläne. Darauf können sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen verlassen.“