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Das belgische Drogenproblem konzentriert sich auf ein Wort: Antwerpen. Europas zweitgrößter Hafen hat sich zu einem der wichtigsten Einfuhrpunkte Europas für Drogen aus Lateinamerika entwickelt.
Allein im vergangenen Jahr beschlagnahmten die belgischen Behörden 55 Tonnen Kokain – die Beamten geben jedoch offen zu, dass wahrscheinlich noch viel größere Mengen durchkommen, oft in versteckten Lieferungen von Bananen, Tiefkühlkost oder Holz.
Hat Belgien die Kontrolle über das Drogenproblem verloren? Besteht die Gefahr, dass sich Belgien zu einem „Drogenstaat“ entwickelt, wie ein hochrangiger Antwerpener Richter kürzlich warnte? Steht Belgien an vorderster Front in einem aussichtslosen europäischen Kampf gegen die Kartelle?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser Ausgabe von „The Ring“ mit dem Brüsseler Bürgermeister Philippe Close und Mathias Vanden Borre, einem Mitglied des Brüsseler Regionalparlaments von der liberal-konservativen Neuen Flämischen Allianz (N-VA).
Das Drogenproblem in Belgien ist zu einem Problem der nationalen Sicherheit geworden.
In Antwerpen und Brüssel hat die drogenbedingte Gewalt zugenommen, und Banden infiltrieren durch Bestechung und Einschüchterung sogar Teile der öffentlichen Verwaltung.
Die meiste Drogengewalt konzentriert sich auf Antwerpen, insbesondere in Vierteln, die mit Drogenhändlernetzwerken verbunden sind. Doch in Brüssel kam es auch zu zunehmenden drogenbezogenen Schießereien und Revierkämpfen, insbesondere rund um einige U-Bahn-Stationen und ärmere Viertel.
Belgien ist nicht nur ein Transitland; es ist auch ein Verbrauchermarkt.
Abwasserstudien und europäische Überwachung zeigen im Vergleich zu vielen anderen EU-Ländern einen relativ hohen Kokainkonsum in belgischen Städten. In ganz Europa ist Kokain im letzten Jahrzehnt billiger, reiner und verfügbarer geworden.
Das Drogenproblem Belgiens ist auch das Drogenproblem Europas.
Antwerpen und Rotterdam fungieren als Tore für die Einfuhr von Kokain in die EU. Solange die europäische Nachfrage hoch bleibt und die Kokainproduktion in Südamerika weiter steigt, stehen die belgischen Behörden eher vor einer strukturellen Herausforderung als vor einer vorübergehenden Kriminalitätswelle.
Diese Folge von Der Ring wird von Stefan Grobe moderiert, produziert von Luis Albertos Altarejos, Amaia Echevarria und Lauren Walker. TV-Regisseur und Redakteur: Vassilis Glynos.
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