In den Neunzigern
Wie ein Hannoveraner einen Welthit für Tom Jones schuf
Aktualisiert am 17.09.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach „Horny“ sucht der Hannoveraner Mousse T. in den 1990er-Jahren nach dem nächsten Song. Eine Begegnung in Cannes gibt eine wichtige Inspiration.
Es ist Ende der 1990er-Jahre. Mousse T. hat gerade große Erfolge mit der Single „Horny ‘98“ gefeiert. Und will einen Hit nachlegen. Der Hannoveraner sitzt am Klavier und spielt ein Blues-Riff. Sein Songwritingpartner Errol Rennalls kommt dazu, die beiden jammen. So beschreibt es Mousse T. selbst in einem Interview mit dem „Musikexpress“. Da die beiden kurz zuvor Mark Woodward, den Sohn und Manager von Tom Jones, in Cannes kennengelernt hatten, schlägt Rennalls vor, etwas für den britischen Sänger zu versuchen.
„Ich dachte: Für mich ist Tom Jones ja ein Sexsymbol“, erinnert sich Mousse T., der im Oktober 60 Jahre alt wird, in dem Interview an den Moment. Daraufhin habe Rennalls gesagt: „Ja, Sexsymbol, komisches Wort. Wie wär’s mit ‚Sexbomb‘?“ Und kurze Zeit später war ein Song geboren, den heute fast jeder kennt: „Sexbomb“.
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„Wir haben den Song buchstäblich für ihn geschrieben“
Den Titel schlugen sie für Tom Jones damalige neue Platte vor. „Wir haben den Song buchstäblich für ihn geschrieben. Er war die Sexbombe, der die Höschen auf die Bühne geworfen wurden“, so Mousse T. 2020 im Gespräch mit „Musikradar“. Doch das Album „Reload“ war 1999 eigentlich bereits fertig. Tom Jones soll „Sexbomb“ aber so gut gefunden haben, dass er sein Label überzeugte, den Song noch einzusingen und auf die Platte zu nehmen. Die Musik dazu produzierte Mousse T. in seinen Peppermint Park Studios in Hannover.
Dass Jones das Lied unbedingt haben wollte, bedeutet Mousse T. laut eigenen Angaben bis heute sehr viel. „Damals gab er mir den Rat, nur Lieder aufzunehmen, hinter denen ich voll und ganz stehe“, sagte er 2025 im Interview mit „1&1“. „Denn als Musiker über viele Jahrzehnte immer wieder ein Lied auf der Bühne spielen zu müssen, das man gar nicht fühlt, ist absolut schmerzhaft.“
Als Jugendlicher fand Mousse T. die Musik von Tom Jones doof
In dem Gespräch verrät Mousse T. auch, dass er die Lieder von Tom Jones als Jugendlicher gar nicht mochte. Seine Mutter habe sie immer gehört. „Teenager finden meistens die Musik, die ihre Eltern hören, uncool.“ Später habe er aber verstanden, „was für ein besonderer Musiker Tom Jones ist“. Und letztendlich sogar einen Welthit für ihn geschrieben.
