„Die Wucht unterschätzt“

Wie Nagelsmann bei den Bayern-Bossen aneckte


16.06.2026 – 07:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Julian Nagelsmann (l.) und Bayern-Präsident Herbert Hainer: Sie arbeiteten von 2021 bis 2023 zusammen. (Quelle: IMAGO/Mladen Lackovic)

Julian Nagelsmann startete bei Bayern mit einem Titel und einer langen Siegesserie. Hinter den Kulissen rieb sich der Coach aber früh an Teilen der Klubspitze.

Mit seinem ersten Sieg als Cheftrainer des FC Bayern fiel der Druck. Denn als Julian Nagelsmann und der deutsche Rekordmeister Borussia Dortmund (3:1) im Supercup 2021 besiegten, holten sie direkt den ersten gemeinsamen Titel. Das war wichtig für den jungen Trainer Nagelsmann, der zu dem Zeitpunkt gerade erst 34 Jahre alt war und zum Saisonauftakt nur ein 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach holte.

Und nicht nur das. Der Gewinn des Supercups wurde zum Startschuss einer dominanten Phase: Von 13 Spielen gewannen Nagelsmann und die Bayern 12, trafen 59-mal und kassierten nur 7 Gegentore. Der Klub wirkte zufrieden mit der Verpflichtung des gebürtigen Oberbayers. „Das, was man sich in Nagelsmann erhofft hat, geht auf und ist sofort zu sehen“, erklärt t-online-Reporter Julian Buhl im t-online-Podcast „Julian Nagelsmann – The Youngest One“.

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Der frühere Leipzig-Trainer brachte frischen Wind nach München, „vielleicht hat er das an gewissen Stellen ein bisschen übertrieben mit seiner jungen, hippen, flapsigen Art“, so Buhl. Was er damit meint? Als Bayern-Präsident Herbert Hainer etwa zum Trainingsplatz kam, begrüßte Nagelsmann ihn einmal mit einem: „Ja, Servus, Präsi!“ Unser t-online-Reporter weiß, dass die Aussage nicht bei allen in der Münchner Führungsriege gut ankam. Denn auch „das Thema Respekt und ein bisschen Überheblichkeit“ spiele bei gewissen Leuten eine Rolle.

Nicht das Alter war das Problem

DAZN-Experte Sebastian Kneißl hingegen sieht in der damals jungen Art Nagelsmanns kein Problem, da die Ergebnisse stimmten. Ihm fällt stattdessen etwas anderes auf. „Ich habe schon gemerkt, dass er vielleicht auch die Wucht an öffentlichem Interesse unterschätzt hat“, sagt er im t-online-Podcast. Auch die öffentlichen Rückmeldungen innerhalb des Vereins von höherer Ebene sowie der Druck aus der Kabine soll Nagelsmann womöglich unterbewertet haben.

Sebastian Kneißl: Er beobachtete Nagelsmann vor allem in dessen Münchner Zeit. (Quelle: IMAGO/Malte Ossowski/Sven Simon)
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