So auch seine Lebensgefährtin ab etwa 1969, Elizabeth Kendall. Sie sagte später in einem Interview: „Ich hasse es, das zu sagen, weil er dadurch wie ein normaler Mensch wirkt, aber ich glaube, er hat uns geliebt.“ Jahrelang hatten sie und ihre Tochter nichts von seinem Doppelleben geahnt.

Erstmals Verdacht schöpfte sie 1974. Die Polizei suchte zu der Zeit mit konkreten Angaben nach einem Serienmörder, und es gab viele Übereinstimmungen: Die Täterbeschreibung passte ebenso wie das Fahrzeug des gesuchten Täters, ein VW-Käfer. Zudem bemerkte sie Veränderungen in Bundys Verhalten: Er blieb plötzlich nächtelang weg, wurde launisch, distanziert und kalt. Obwohl Kendall Schuldgefühle gegenüber ihrem Freund plagten, gab sie der Polizei einen Hinweis. Für die Ermittler rückte Bundy dennoch nicht in den Fokus. Es gab zu diesem Zeitpunkt andere Verdächtige und nicht genügend Indizien gegen ihn.

Erst 1975 führte eine Verkehrskontrolle zu großem Druck. Bundy verhielt sich auffällig und wurde angehalten. Aufgrund verdächtiger Gegenstände, die in Zusammenhang mit einer Entführung standen, wurde er zum ersten Mal verhaftet. Doch die nächsten Jahre liefen nicht reibungslos für die Behörden und auch hier spielte Ted Bundys Auftreten eine Rolle: „Er schien, wenn man so will, einer von uns zu sein“, erzählte sein damaliger Anwalt Bruce Lubeck in einem Interview über seine erste Begegnung mit Ted Bundy im Jahr 1975.

Teils unzureichende Beweise, Manipulation, Fluchten und weitere Morde führten in den nächsten Jahren zu einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Bundy und den Behörden. Seine Mordserie sollte erst 1978 enden, bis dahin ging er bei seinen Taten immer nach demselben Muster vor.

Bundys tödlicher Modus Operandi

In den Verhören durch den Ermittler Robert Keppel erläuterte er 1984 – zu der Zeit saß er bereits einige Jahre in Haft – das Vorgehen bei seinen Taten. Dabei beschrieb er alles so detailreich, dass es schien, als würde er die Erinnerungen genießen. Bundy erzählte beispielsweise von „warmen, schönen Sommernächten“ oder Tagen mit „wolkenlosem Himmel“, an denen er seine Opfer aussuchte.

Die Entführungen liefen immer in etwa gleich ab. Er „verkleidete“ sich als hilfsbedürftiger Mann und nutzte dafür zum Beispiel Krücken. Mal wackelte zusätzlich ein Stapel Bücher in der Hand, manchmal täuschte er als Lockmittel eine Autopanne vor. Dazu ein Gips am Arm und ein charmantes Lächeln auf den Lippen.

Sobald sein ausgewähltes Opfer ihm helfen wollte und nah genug war, schlug er die Frau nieder, um sie in seinen VW-Käfer zu verfrachten und zu fesseln. Anschließend betäubte, vergewaltigte und tötete er sie. Viele der jungen Frauen ähnelten sich: Es handelte sich meist um Studentinnen mit langen, dunklen Haaren und Mittelscheiteln.

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