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Wegen Kinderbuch: Anke Engelke erntet Shitstorm

wochentlich.deBy wochentlich.de11 Februar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Wegen Kinderbuch: Anke Engelke erntet Shitstorm
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Die Kölner Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke hat ein Kinderbuch geschrieben. Und damit die Landwirte gegen sich aufgebracht.

1924 erschien das Bilderbuch „Die Häschenschule“ des Kinder- und Jugendbuchautors Albert Sixtus. Mit gereimten Texten und Illustrationen von Fritz Koch-Gotha erzählte Sixtus Geschichten von kleinen Hasen, die in der Schule Pflanzenkunde und Gartenarbeit lernen sollten. Dabei stand auch auf dem Lehrplan, wie sich die Häschen vor dem bösen Fuchs schützen können, der nach ihnen auf der Lauer lag.

Comedian und Schauspielerin Anke Engelke, die in Köln wohnt, hat nun eine Neuauflage des Bilderbuchs verfasst, „Die neue Häschenschule“. Auch in der modernen Auflage drücken die Häschen die Schulbank, Engelke reimt ihre Geschichte zu Illustrationen von Mareike Ammersken. Doch einen großen Unterschied gibt es: Die Häschen bekommen einen neuen Mitschüler. Und bei diesem handelt es sich ausgerechnet um einen Fuchs.

Kritik an der Darstellung der Bauern

Wie sich herausstellt, ist der Fuchs jedoch keine Gefahr für die jungen Hasen. Dem aktuellen Zeitgeist entsprechend ernährt sich der Fuchs vegan, seine Leibspeise sind Möhren. Die Hasen und der Fuchs werden Freunde. Soweit kein Grund für Aufregung. Wären da nicht die Gegenspieler von Häschen und Fuchs: die Bauern mit ihren Mähdreschern und Pestiziden.

Landwirte kritisieren die Darstellung in Engelkes Buch, die Bauern seien die Bösewichte, wie es etwa im Wochenblatt der Bayrischen Landwirtschaft heißt. „Bauern vergiften die Umwelt, Jäger schießen süße Tiere tot und Mähdrescher sind gefährliches Teufelszeug“, wird der Inhalt des Buches hier zusammengefasst.

Auch in den Sozialen Medien äußern Landwirte ihren Unmut über die Darstellung der Bauern. Von „Bauernhetze“ ist hier die Rede und von „Irrsinn“. Engelke würde die Bauern verteufeln und die Veganer als Retter der Welt darstellen. Gerade mit Blick auf die jüngsten Bauernproteste in Deutschland erhitzt das Bilderbuch die Gemüter.

Die Kritik zeigt sich auch auf Amazon, wo das Buch mit negativen Bewertungen überhäuft wird. „Bauern sind wieder mal die Bösen? Sie vergiften uns, töten süße Tiere und die Erntemaschinen sind nur dazu da, um alles Leben auf dem Acker zu vernichten“, schreibt hier ein Nutzer. „Sie sollten sich schämen, Frau Engelke.“ „Kauft diesen Müll bloß nicht“, meint ein weiterer. 78 Prozent der Bewertungen fallen negativ aus (Stand vom 10. Februar 2024).

Engelke habe selbst gehadert

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Engelke, dass sie mit der Darstellung der Bauern selbst gehadert habe. „Dem Team vom Verlag war wichtig, dass es auch in der neuen Version einen Konflikt oder eine Gefahr gibt“, erklärt sie. „Also haben wir entschieden, die frische Freundschaft von Hase und Fuchs ins Gefahrenzentrum zu packen. Der Schrecken ist jetzt eine große Mähmaschine.“

Es sei nicht Engelkes Absicht, den Kindern die Vorstellung zu nehmen, „dass es schön wäre, später Bauer zu werden“, erklärt sie weiter. „Aber den Menschen zum Buhmann zu machen, das musste ich für die Geschichte in Kauf nehmen.“

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