Von&nbspKirsten Ripper&nbsp&&nbspEuronews

Veröffentlicht am Aktualisiert

Für manche Menschen sieht diese Spinne wie eine Kreatur direkt aus einem Albtraum aus. Die Nosferatu-Spinne breitet sich in ganz Europa immer weiter aus. Mittlerweile wird die Art, die normalerweise rund um das Mittelmeer lebt, auch an der Ostseeküste immer häufiger gesichtet. Der Naturschutzbund NABU dokumentiert seit mehreren Jahren die bundesweite Ausbreitung dieser ungewöhnlichen Spinne, die auch Menschen beißen kann.

Benannt nach einem Horrorfilm

Auf Deutsch die große Spinne Zoropsis spinimana ist eigentlich nach einem Horrorfilm benannt, nämlich dem Vampir aus dem Stummfilm „Nosferatu: Eine Symphonie des Grauens“ von Friedrich Wilhelm Murnau. Der Nosferatu im Film hat spitze Zähne und wie die Spinne schlanke, zarte Arme und Beine. Diejenigen, die den Namen geprägt haben, waren auch der Meinung, dass das Muster auf dem Brustkorb der Nosferatu-Spinne dem Gesicht des blutsaugenden Dracula ähnelt. Andere sehen in den Zeichnungen der Spinne einen Totenkopf oder eine Maske. Der NABU nennt sie sogar „die Spinne mit dem Vampir-Tattoo“ und spricht von einem Glücksfall, weil sie so großes öffentliches Interesse geweckt habe.

Die Männchen sind im Allgemeinen kleiner und messen zwischen 10 und 13 Millimeter, während die Weibchen zwischen 10 und 19 Millimeter erreichen können. Einschließlich der Beine kann Zoropsis spinimana eine beeindruckende Länge von bis zu 8 Zentimetern erreichen.

In allen Bundesländern zu beobachten: „Mehr Meldungen denn je“

Mit Hilfe einer Meldeaktion, an der sich Zehntausende Menschen in ganz Deutschland beteiligten, hat der NABU die Nosferatu-Spinne inzwischen in jedem Bundesland dokumentiert. Zuletzt gab es viele Berichte von der Ostseeküste, von Rügen und Usedom.

Mittlerweile fühlt sich die Mittelmeerspinne auch im kühleren Bundesland Schleswig-Holstein wohl. Der NABU geht davon aus, dass Urlauber möglicherweise die Nosferatu-Spinne im Gepäck mitgebracht haben.

Laut Dr. Alexander Wirth vom NABU gab es im Frühjahr 2026 „mehr Meldungen mit Fotos als je zuvor“: „Mehr als 2.500 Fotos wurden bereits eingereicht.“ Betrachtet man diesen Zeitraum (Januar bis Mai) für die einzelnen Bundesländer, so weisen fast alle eine Rekordzahl an Fotoreportagen für das Frühjahr 2026 auf.“

Die NABU-Plattform „Naturgucker“ hat eine interaktive Version der Karte veröffentlicht, die die Ausbreitung der Nosferatu-Spinne zeigt (Quelle auf Deutsch) im Internet.

Und wenn die Nosferatu-Spinne beißt …

Wenn sie sich bedroht fühlt, kann die Nosferatu-Spinne einen Menschen beißen. Der Biss ähnelt einem Wespenstich. Die Schwellung lässt nach einigen Tagen nach. Nur Allergiker müssen vorsichtig sein.

Dank ihrer Klebehaare kann diese Spinne sogar an Fenstern oder anderen Glasflächen hochklettern und kommt so fast überall hin. Da Nosferatu-Spinnen Wärme bevorzugen, halten sie sich gerne in Gebäuden auf. Wer in seinem Haus oder seiner Wohnung eine Nosferatu-Spinne findet, sollte diese nicht zerquetschen, sondern vorsichtig nach draußen bringen.

Nosferatu-Spinnen überwintern besonders gerne in Häusern oder Garagen. Bilder von Jungtieren und Eiersäcken zeigen laut NABU, dass dadurch eine ganzjährige Fortpflanzung möglich ist, was neben dem Klimawandel ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Ausbreitung der Art sein könnte.

Wie der NABU erklärt, ernähren sie sich hauptsächlich von anderen Spinnen, die sogar größer sein können als sie selbst, außerdem fressen sie Fliegen und Motten.

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