Aggressive Form

Entzündlicher Brustkrebs: Was ihn so gefährlich macht


Aktualisiert am 24.10.2025 – 08:10 UhrLesedauer: 3 Min.

An inflammatorischem Brustkrebs erkranken meist jüngere Frauen unter 40 Jahren. (Quelle: bymuratdeniz/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

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Der entzündliche (inflammatorische) Brustkrebs ist eine besonders aggressive Form der Erkrankung. Was Frauen darüber wissen sollten.

Inflammatorischer Brustkrebs ist eine Sonderform des fortgeschrittenen invasiven Mammakarzinoms. Das Mammakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor der Brustdrüse. „Invasiv“ bedeutet, dass der Tumor in umliegendes Gewebe hineinwächst.

Beim inflammatorischen Brustkrebs breiten sich Tumorzellen in zur Haut gehörende Lymphbahnen aus. Der Befall der Lymphgefäße zeigt sich durch Entzündungssymptome, darunter Rötung und Überwärmung der Brust. Ein klar abgrenzbarer Knoten wie bei anderen Brustkrebsformen ist in der Regel nicht zu ertasten.

Diese aggressive Brustkrebsform entsteht plötzlich und breitet sich rasch aus. Auch metastasiert er schneller als andere Brustkrebsarten. Die Prognose ist schlecht: Laut der Krebsstiftung „Fondation Cancer“ befindet sich inflammatorischer Brustkrebs schon bei der ersten Diagnose im fortgeschrittenen Stadium (mindestens Stadium III), da sich dann die Krebszellen aus dem Ursprungstumor in die Haut und Lymphgefäße der Brust ausgebreitet haben. In einem von drei Fällen habe der Krebs zudem bei der Diagnose bereits in weiter entfernte Körperbereiche gestreut – was die Behandlung erschwert.

Inflammatorischer Brustkrebs ist insgesamt selten. Er tritt häufiger bei jüngeren Frauen unter 40 Jahren auf. Auch gibt es Hinweise, dass Frauen mit Adipositas ein höheres Risiko einer Erkrankung haben. Amerikanische Studien deuten zudem darauf hin, dass bestimmte ethnische Gruppen, beispielsweise afroamerikanische Frauen, öfter betroffen sind.

Insgesamt sind die Risikofaktoren für inflammatorischen Brustkrebs weniger gut dokumentiert als für häufigere Brustkrebsformen. Das liegt daran, dass inflammatorischer Brustkrebs vergleichsweise selten auftritt. Schätzungen gehen davon aus, dass der entzündliche Brustkrebs nur ein bis fünf Prozent aller Mammakarzinome ausmacht, aber für bis zu zehn Prozent der brustkrebsbedingten Todesfälle verantwortlich ist.

Inflammatorischer Brustkrebs ist durch ein plötzliches Auftreten und eine deutliche Ausbreitungsneigung gekennzeichnet. In der Regel zeigen sich bereits innerhalb weniger Wochen deutliche Veränderungen der Brust. Zu den typischen Symptomen gehören:

  • diffuse Rötung (Erythem)
  • Überwärmung
  • Hautschwellung (Ödem)
  • Dellen und Verdickung der Haut (Orangenhaut)
  • schnelle Größenzunahme der Brust
  • vergrößerte Lymphknoten
  • meist kein solider Tumor tastbar

Die Diagnosestellung erfolgt über bildgebende Verfahren wie Mammografie, Magnetresonanztomografie (MRT) und Brustultraschall sowie über die Entnahme und Untersuchung von Brustgewebe (Biopsie). Nur durch die Biopsie ist eine gesicherte Diagnose möglich.

Inflammatorischer Brustkrebs wird aufgrund der unspezifischen Symptomatik und Verwechslungen mit anderen Krankheitsbildern häufig erst spät diagnostiziert. So kann etwa zunächst eine Brustentzündung (Mastitis) vermutet werden. Wirken verabreichte Antibiotika nicht, sollten zügig weitere Untersuchungen erfolgen.

Wie wird inflammatorischer Brustkrebs behandelt?

Für die Behandlung des invasiven Brustkrebses werden verschiedene Therapieformen miteinander kombiniert. Die interdisziplinäre Leitlinie „Mammakarzinom“ empfiehlt als Therapiekonzept die Kombination von Chemotherapie, radikaler Mastektomie und Bestrahlung.

Bei der neoadjuvanten Chemotherapie wird die Patientin vor der Operation zunächst mit Zytostatika behandelt. Diese haben das Ziel, möglichst viele Tumorzellen im Gewebe abzutöten und auch eventuelle Metastasen zu erreichen. Durch eine neoadjuvante Chemotherapie lässt sich oftmals eine Größenreduktion des Tumors und eine Verringerung der inflammatorischen Prozesse erreichen.

Im Rahmen der radikalen Mastektomie werden der komplette Drüsenkörper und meist auch weitere Teile der Brust operativ entfernt. Von einer brusterhaltenden Therapie raten die Autoren der Leitlinie aufgrund der Aggressivität der Tumorzellen ab.

Strahlenbehandlung nach der Brust-OP

Es folgt eine postoperative Strahlentherapie. Neben dem Einsatz von Chemotherapeutika und der operativen Behandlung ist die Strahlentherapie der dritte bedeutende Therapiebaustein bei der Behandlung bösartiger Tumorerkrankungen. Die Strahlentherapie hemmt die Zellteilung der Krebszellen und zerstört Tumorzellen im Bereich der Brustwand und der Lymphabflusswege.

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