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Gesundheit

Was bei der nordischen Diät auf den Teller kommt

wochentlich.deBy wochentlich.de8 Januar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Was bei der nordischen Diät auf den Teller kommt
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Die nordische Diät macht der mediterranen Küche seit Jahren Konkurrenz. Doch was verbirgt sich hinter dieser Ernährungsweise?

Nordische Ernährung, „New Nordic Diet“ oder Wikinger-Diät sind hier die Stichwörter. Was kommt dabei auf den Teller? Und bringt diese Ernährungsform für Gesundheit und Lebenserwartung genauso viel wie die mediterrane Ernährung, die als Goldstandard gilt?

Küche aus dem hohen Norden: Regionale Lebensmittel im Mittelpunkt

Die nordische Küche basiert auf den regionalen Lebensmitteln und traditionellen Ernährungsweisen der nordeuropäischen Länder. Sie wurde um das Jahr 2010 herum von dem Komitee „Nordic Food Policy Lab“ entwickelt. Ziel dieser Initiative der nordeuropäischen Ministerpräsidentinnen und -präsidenten: mehr regionale und nachhaltige Nahrungsmittel auf den Tisch bringen.

„Dabei geht es vor allem um pflanzliche und unverarbeitete Lebensmittel, die in den nordeuropäischen Ländern zu finden sind“, sagt Carolin Groth. Sie ist Referentin in der Abteilung Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Hamburg.

Auf dem Speiseplan der nordischen Ernährung stehen deshalb:

  • Vollkorngetreide (vor allem Roggen, Gerste und Hafer),
  • Wurzelgemüse wie Rote Bete und Karotten,
  • Beeren und regionales Obst wie Äpfel und Birnen,
  • Nüsse,
  • Pilze und
  • Hülsenfrüchte.

Diese pflanzlichen Lebensmittel werden durch fettreichen Fisch wie Lachs und Makrele und fettarme Milchprodukte ergänzt. Öle bestehen in der nordischen Ernährung meist aus Raps, Sonnenblumen und Leinsamen. Fleisch steht selten auf dem Speiseplan, größtenteils nur einmal die Woche.

Gesünder als die Mittelmeerkost?

„Eine wirkliche Abgrenzung von der typischen Mittelmeerkost gibt es aber nicht, denn die Grundidee ist bei beiden Ernährungsformen ähnlich“, sagt Carolin Groth. Denn auch die Mittelmeerkost punktet durch viele pflanzliche Lebensmittel. Neben Gemüse sind hier laut Groth vor allem Obst, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte sowie Getreide, Fisch und Olivenöl zu finden. Fleisch und Milchprodukte kommen ebenfalls eher selten auf den Tisch.

All das versorgt den Körper gut mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen. Dazu kommen Fisch und pflanzliche Fette, also eine gute Versorgung mit gesunden Fettsäuren. „Dass bei beiden Ernährungsweisen Fleisch nur selten verzehrt wird, ist aus gesundheitlicher Sicht positiv“, sagt Groth.

Wissenschaftliche Erkenntnisse fehlen

Für den Ernährungsmediziner Prof. Johannes Wechsler ist hingegen klar: Die nordische Ernährung kann mit der Mittelmeerdiät nicht mithalten. „Für die Nordische Diät kann ich keine Lanze brechen, weil es dazu keine gesicherten Erkenntnisse gibt“, sagt der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM).

Für die nordische Diät müssten demnach auch die Fakten sprechen. Nämlich, dass Menschen in Skandinavien länger leben als im Süden. „Aber die Lebenserwartung ist im Norden wie im Süden Europas fast identisch, sie liegt bei etwa 85 Jahren. Plus oder minus ein Jahr ist dabei völlig egal.“

Auch die Sterblichkeitsraten sind innerhalb der EU ähnlich. Sie sind laut Wechsler aber eher abhängig von der medizinischen Versorgung und weniger von der Ernährung. Auf die nordische Diät umschwenken in der Hoffnung, das Leben zu verlängern – das geht demnach nicht auf.

Die Krux mit den Nährstoffen

Die nordische Küche könne dem Körper zudem nicht alles geben, was er brauche, sagt Wechsler. „Denn sie ist relativ vitamin- und ballaststoffarm, dafür aber fettreich. Der Norweger isst nämlich wenig Orangen oder Salat. Das wächst halt da oben nicht.“ Seiner Ansicht nach fehlen in der nordischen Ernährung auch die Ballaststoffe – etwa aus dunklen Brotsorten.

Das Sinnvolle und Gute aber an dieser Ernährungsweise ist die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren. „Man isst also viel Fisch. Und man isst wenig Fleisch.“

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