Kurz erklärt
Was ist ein künstliches Koma?
Aktualisiert am 07.07.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 3 Min.
Ralph Siegel liegt im künstlichen Koma. Der Anlass war einem Bericht zufolge eine schwere Lungenentzündung. Hier lesen Sie, was dabei passiert und wie lange es dauern kann.
Das sogenannte künstliche Koma wird in der Intensivmedizin in bestimmten Fällen eingesetzt, um den Körper zu entlasten und Schwerkranken oder Schwerverletzten die bestmögliche Heilungschance zu bieten. Es kann die Genesung unterstützen, indem es Körperfunktionen und Gehirnaktivität verlangsamt, den Stoffwechsel drosselt und den Stress während der Behandlung verringert. Oft wird auch die Körpertemperatur für die Dauer der Maßnahme abgesenkt.
- Familie bestätigt: Ralph Siegel liegt im künstlichen Koma
Für ein künstliches Koma wird die erkrankte Person mithilfe von Medikamenten in einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Es handelt sich dabei also um eine kontrolliert herbeigeführte Bewusstseinsminderung. Weitere Medikamente sorgen dafür, dass die Schmerzwahrnehmung unterdrückt wird. Damit die Atmung während der Maßnahme gewährleistet ist, versorgt ein Beatmungsgerät den Körper mit Sauerstoff.
Gut zu wissen
Andere Bezeichnungen für künstliches Koma sind Langzeitnarkose, Langzeitsedierung oder Analgosedierung.
- Künstliches Koma bei Lungenentzündung: Wann ist das nötig?
Wann wird ein künstliches Koma eingesetzt?
Ein künstliches Koma kann aus verschiedenen Gründen nötig sein, so etwa
- um bei schweren Kopfverletzungen das Gehirn zu entlasten und Schwellungen zu reduzieren;
- um bei schweren Infektionen oder bei einer Blutvergiftung (Sepsis) den Organismus zu stabilisieren und lebensbedrohliche Zustände zu kontrollieren;
- wenn nach großen Operationen eine längere Erholung oder eine kontrollierte Heilung nötig ist;
- wenn ein akutes Lungenversagen eine künstliche Beatmung erforderlich macht.
Wie funktioniert ein künstliches Koma?
Um das künstliche Koma aufrechtzuerhalten, werden den Betroffenen fortlaufend Schmerzmittel zusammen mit beruhigenden und schlaffördernden Mitteln sowie andere gegebenenfalls nötige Medikamente über eine Vene zugeführt (Infusion).
Während der Langzeitnarkose überwacht das medizinische Personal sorgsam alle Vitalfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Körpertemperatur oder Gehirnaktivität. Für die Dauer des künstlichen Komas ist es nötig, Betroffene künstlich zu beatmen. Um sie zu ernähren, erhalten sie Nährstoffe über eine Vene oder Spezialnahrung über eine Magensonde.
Wie lange dauert ein künstliches Koma?
Die Dauer eines künstlichen Komas kann je nach zugrunde liegender Erkrankung oder Verletzung variieren. Es kann einige Tage, Wochen oder in seltenen Fällen Monate andauern.
