Nachlassender Schutz

Warum die Wechseljahre das Risiko fürs Herz erhöhen


Aktualisiert am 26.08.2025 – 08:10 UhrLesedauer: 3 Min.

Frau mittleren Alters hält eine Hand an die Herzgegend: Hormonelle Schwankungen in den Wechseljahren können sich auf die Gesundheit auswirken. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)

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In den Wechseljahren verändert sich der Hormonspiegel. Das kann Auswirkungen auf das Herz haben. Lesen Sie, wie Frauen ihr Herz schützen können.

In den Wechseljahren, medizinisch Klimakterium genannt, verändert sich sowohl die Hormonmenge als auch das Zusammenspiel der Hormone. Für den Körper kann das vielfältige Auswirkungen haben. So haben manche Frauen Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Sogar das Herz kann in Gefahr sein.

Ab etwa Mitte 40 verändert sich der Hormonstatus der Frau. Der Körper verringert die Bildung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Dadurch wird der Eisprung seltener und die Menstruation unregelmäßiger. Mit ausbleibendem Eisprung steht dem Körper weniger Progesteron zur Verfügung. Das Gelbkörperhormon wird hauptsächlich im Gelbkörper (Corpus luteum) des Eierstocks nach dem Eisprung gebildet.

Lässt die Hormonproduktion in den Eierstöcken nach, steigen das „Follikel stimulierende Hormon“ (FSH) und das „Luteinisierende Hormon“ (LH) an, welche in der Hirnanhangdrüse gebildet werden. Diese hormonellen Veränderungen beziehungsweise Schwankungen können verschiedene Beschwerden verursachen.

Das veränderte hormonelle Zusammenspiel kann Frauen unterschiedlich belasten. Laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit fühlt sich etwa jede dritte Frau während der Wechseljahre genauso wie zuvor. Ein weiteres Drittel aller Frauen erlebt in dieser Zeit Phasen mit lästigen, aber nicht sehr starken Beschwerden. Etwa ein Drittel berichtet von wirklich belastenden Begleiterscheinungen.

Angaben des Bundesinstituts zufolge sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche in den Wechseljahren die häufigsten Symptome. Etwa jede zweite Frau berichtet von Hitzewallungen während der Wechseljahre. Unregelmäßige Blutungen, Scheidentrockenheit, sexuelle Unlust, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen sind weitere mögliche Wechseljahrsbeschwerden.

Die Veränderungen im Hormonhaushalt wirken sich auch auf das Herz aus. Östrogen ist ein natürlicher Herzschutz. Dieser sorgt dafür, dass bei Frauen Herzprobleme im Schnitt erst zehn Jahre später auftreten als bei Männern. Der sinkende Östrogenspiegel wirkt sich der Deutschen Herzstiftung e. V. zufolge unterschiedlich auf die kardiovaskuläre Gesundheit bei Frauen aus:

  • Kommen Frauen in die Wechseljahre, verdoppelt sich ihr Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln, weil der Östrogenspiegel im Blut sinkt. Ein nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck ist einer der gefährlichsten Risikofaktoren für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Östrogen sorgt dafür, dass die Gefäße elastisch bleiben. Verlieren die Gefäßwände unter Östrogenmangel an Elastizität, fördert das die Arterienverkalkung und erhöht langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etwa die Koronare Herzkrankheit (KHK).
  • Sinkt Östrogen, steigt der Spiegel des männlichen Sexualhormons Testosteron. Das führt unter anderem dazu, dass Frauen verstärkt in der Bauchregion Fett einlagern. Vermehrtes Bauchfett gilt als Risikofaktor für die Gesundheit.
  • Mit zunehmendem Alter werden die Herzen von Frauen steifer. Nach der Menopause kommt es durch den Verlust von Östrogenen zur Blutdrucksteigerung und zu vermehrter Bildung von Bindegewebe im Herzen. Vor der Menopause schützen die Östrogene das Herz vor überschießendem Bindegewebe.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden bei Frauen immer noch unterschätzt, betont die Deutsche Herzstiftung. Für Frauen seien Herzerkrankungen wie Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche oder Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen und vorzeitigen Tod. Die Wechseljahre könnten bestehende Risikokonstellationen für Herz und Gefäße zusätzlich verschärfen.

Die Herzexperten raten Frauen daher zur Vorsorgeuntersuchung ab 40 Jahren – bei familiärer Vorbelastung früher –, um regelmäßig Blutdruck, Blutzucker, Blutfette (Cholesterin) und Körpergewicht zu kontrollieren. Dadurch ließen sich Risikokrankheiten für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche aufdecken.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den regelmäßigen Gesundheits-Check-up beim Hausarzt oder der Hausärztin. Diesen können Frauen ab 35 Jahren alle drei Jahre in Anspruch nehmen. Außerdem sollten Frauen auf regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung sowie ein normales Körpergewicht achten, nicht rauchen und auf Alkohol möglichst verzichten.

Ebenso betont die Deutsche Herzstiftung, dass sich Anzeichen eines Herzinfarkts bei Frauen oft anders zeigen als bei Männern und häufig unscheinbarer sind. Symptome, bei denen Frauen aufmerksam werden und an einen möglichen Herzinfarkt denken sollten, sind den Herzexperten zufolge Atemnot, Ziehen in den Armen, Müdigkeit, Angstzustände, Schweißausbruch sowie Schmerzen im Oberbauch.

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