Apfel- oder Birnenform?

So kann sich die Figur auf Ihre Herzgesundheit auswirken


26.08.2025 – 09:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Risikofaktor für Herz- und Gefäßkrankheiten: Fett kann sich auch bei schlanken Menschen in Muskeln und Organen ansammeln. (Quelle: andreswd/getty-images-bilder)

Schlank sein schützt nicht immer: Verstecktes Bauchfett kann Herz und Gefäße schneller altern lassen. Eine neue Studie zeigt, wer besonders gefährdet ist.

Von außen sieht man es nicht, doch im Inneren des Körpers kann es großen Schaden anrichten: das sogenannte viszerale Fett. Es sammelt sich um Leber, Magen und Darm herum an und beschleunigt laut einer aktuellen Studie die Alterung des Herz-Kreislauf-Systems. Besonders gefährlich: Auch Menschen mit normalem Gewicht können betroffen sein.

Forscher des Medical Research Council in London haben Daten von mehr als 20.000 Teilnehmern der UK Biobank ausgewertet. Die UK Biobank ist eine Langzeitstudie, die seit 2006 genetische, medizinische und Lebensstilinformationen sammelt.

Mithilfe von Ganzkörper-MRTs und speziellen Röntgenverfahren bestimmten die Wissenschaftler die Fettverteilung im Körper. Anschließend analysierten sie die Herz- und Gefäßfunktion mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI). So konnten sie für jede Person ein „Herzalter“ berechnen und dieses mit dem tatsächlichen Alter vergleichen.

Das Ergebnis: Besonders Fett in der Leber, im Bauchraum (viszerales Fett) und in den Muskeln stand in einem engen Zusammenhang mit einer vorzeitigen Alterung des Herz-Kreislauf-Systems. „Obwohl es wichtig ist, aktiv zu sein, haben wir festgestellt, dass verstecktes Fett auch bei fitten Menschen schädlich sein kann“, sagte Studienleiter Declan O’Regan.

Die Wissenschaftler fanden außerdem deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Bei Männern wirkte sich die typische Fettverteilung im Bauch, die sogenannte „Apfelform“, besonders negativ aus. Frauen mit eher „birnenförmiger“ Figur, bei denen sich Fett bevorzugt an Hüften und Oberschenkeln ansammelt, schienen dagegen geschützt.

Bei der Frage, warum sich Fett gerade im Bauchraum ansammelt, könnten auch hormonelle Faktoren eine Rolle spielen. „Da die typische Fettverteilung im Körper von Frauen mit Östrogen in Verbindung steht, könnte dieses Hormon der Schlüssel zu zukünftigen Therapien sein, die zur Bekämpfung der Herzalterung entwickelt werden“, sagte Bryan Williams von der British Heart Foundation.

Die neuen Ergebnisse zeigen, dass mit Blick auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit nicht nur der Body-Mass-Index (BMI) zählt, sondern auch der Ort, an dem das Fett im Körper gespeichert wird. In Zukunft wollen die Forscher prüfen, ob Medikamente zur Gewichtsreduktion wie GLP-1-Hemmer – bekannt auch als Abnehmspritzen – die schädlichen Effekte von viszeralem Fett mindern können.

Bis dahin bleibt der wichtigste Schutz: Bewegung, gesunde Ernährung und ein möglichst niedriger Anteil an Bauchfett. Denn auch wer äußerlich schlank wirkt, kann das Risiko in sich tragen.

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