Waldbrände in NRW

Evakuierung in Monschau mitten in der Nacht

Aktualisiert am 17.08.2026 – 00:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf verbrannte Vegetation und verbrannten Waldboden: Weite Teile des Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland sind von den Flammen betroffen. (Quelle: Thomas Banneyer/dpa)

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

Noch am Abend schien die Gefahr gebannt – dann kam die Anordnung doch: Wegen des massiven Waldbrandes im Hohen Venn hat die Stadt Monschau Teile des Ortsteils Kalterherberg evakuiert. Betroffen sind die Straßenzüge Ruitzhof und Geisberg.

„Die aktuelle Entwicklung des Brandgeschehens im Hohen Venn erfordert eine sofortige Evakuierung folgender Straßenzüge in Kalterherberg: Ruitzhof und Geisberg“, teilte die Stadt auf ihrer Internetseite mit. Die Häuser seien sofort zu verlassen. Eine Notunterkunft wurde in der Sekundarschule in Simmerath eingerichtet. Betroffen sind 17 Häuser und maximal 30 Menschen.

Waldbrand in NRW: Wind dreht sich um 360 Grad

Bis zum späten Abend war man in Monschau noch davon ausgegangen, dass die Flammen nicht auf deutsches Gebiet übergreifen würden. Am Sonntagnachmittag hatte der belgische Innenminister Bernard Quintin mitgeteilt, dass Teile des Feuers – darunter die Feuerfront in Richtung der deutschen Grenzstadt – unter Kontrolle gebracht worden seien.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (Archivbild): Mehrere Regierungsmitglieder informierten sich vor Ort. (Quelle: Christian Knieps/dpa)

Doch das Feuer blieb unberechenbar. Quintin erklärte dem Sender RTL am Sonntagabend, der Wind sei das zentrale Problem: Er drehe sich im Laufe eines einzigen Tages einmal um 360 Grad. In welche Richtung sich das Feuer ausbreite, sei daher nicht vorherzusagen. Am Sonntagabend zog der Brand demnach in Richtung Südsüdost.

Fünf Länder im Einsatz

Rund 30 Quadratkilometer Fläche sind nach Angaben der Behörden mittlerweile zerstört. Das Feuer war am Freitag ausgebrochen. Die Provinz Lüttich bestätigte, dass der Brand weiterhin nicht unter Kontrolle ist. Quintin sprach von einem „beispiellosen Ausmaß“. Am Samstag hatten bereits rund 600 Menschen in zwei belgischen Gemeinden nahe dem Brandgebiet ihre Häuser verlassen müssen.

Belgien kämpft nicht allein gegen das Feuer. Neben zwei Löschhubschraubern mit großen Wassertanks aus den Niederlanden waren am Sonntagnachmittag zwei Löschflugzeuge aus Schweden im Einsatz, wie Quintin auf der Plattform X schrieb. Feuerwehrleute aus Deutschland und Luxemburg sind nach Angaben örtlicher Behörden bereits vor Ort.

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