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Gesundheit

Virologe Drosten überrascht: Corona-Erstinfektion bot wenig Schutz

wochentlich.deBy wochentlich.de12 November 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Virologe Drosten überrascht: Corona-Erstinfektion bot wenig Schutz
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„Schöner, einfacher vorgestellt“

Was Virologe Drosten an Corona besonders überraschte


12.11.2025 – 11:27 UhrLesedauer: 2 Min.

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Christian Drosten: Der Virologe hat den Deutschen in der Pandemie das Coronavirus erklärt und Politiker beraten. (Quelle: Martin Schutt/dpa)

Warum baute eine Corona-Erstinfektion kaum Schutz auf? Und was wäre passiert, wenn Deutschland später reagiert hätte? Virologe Christian Drosten zieht im Untersuchungsausschuss Bilanz.

Was lief gut, was eher nicht? Der Thüringer Untersuchungsausschuss zur Corona-Pandemie hat jetzt mit Christian Drosten einen der wichtigsten Experten der Krise befragt. Der Berliner Virologe war zu Beginn der Pandemie einer der bekanntesten Berater der Politik. Heute blickt er kritisch und nachdenklich auf diese Zeit zurück.

Drosten war nach eigenen Worten verblüfft, wie wenig Schutz die Menschen nach einer ersten Corona-Infektion aufgebaut haben. „Mich hat das auch erstaunt, wie wenig Immunität eine einzelne Erstinfektion hinterlassen hat“, sagte er.

Er habe gehofft und sich gewünscht, dass die Immunität größer ausgefallen wäre, vor allem für Länder des Globalen Südens. „In Deutschland war klar, dass bei diesem Letalitätsprofil, also bei dieser starken Sterblichkeit bei Älteren und bei unserer alten Bevölkerung, eine Durchseuchungsstrategie nicht denkbar ist“, sagte er.

In Ländern des Globalen Südens sei die Bevölkerung aber nicht so alt. „Da hatte ich gehofft, dass die Menschen schneller immun sind, wenn das Virus durchläuft.“ Dass das Virus aber so viele Jahre lang immer wieder in neuen Wellen auch in diesen Ländern grassierte, sei ihm nicht so klar gewesen. „Das habe ich in dem Ausmaß mir schöner, einfacher vorgestellt“, so der Virologe.

Drosten nutzte die Gelegenheit auch, um eine politische Entscheidung zu loben: den frühen Beginn der Corona-Maßnahmen in Deutschland. Durch das rechtzeitige Eingreifen sei in der ersten Infektionswelle eine „massive Zahl“ von rund 60.000 Menschenleben gerettet worden.

Zum Vergleich: Großbritannien habe drei Wochen später reagiert – mit deutlich mehr Todesopfern. Wäre Deutschland den britischen Weg gegangen, hätte es laut Drosten statt rund 9.300 etwa 70.000 Tote allein in der ersten Welle gegeben.

„Ich kann also deutlich sagen: Es wäre ein Fehler in der politisch-verantwortlichen Infektionskontrolle, zu warten, bis das Gesundheitssystem erste Überlastungsanzeichen zeigt“, sagte der Charité-Virologe.

Der Corona-Untersuchungsausschuss im Thüringer Landtag hat den Auftrag, Fehler und Versäumnisse der Politik während der Pandemie aufzuarbeiten. Ziel ist es, aus den Erfahrungen konkrete Handlungsempfehlungen für künftige Gesundheitskrisen abzuleiten.

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