Bitteres Erwachen

Camping 2026: Der Billig-Urlaub ist Geschichte


Aktualisiert am 16.06.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Planung ist alles: Wer 2025 an den Küsten oder in den Bergen campen will, muss sich frühzeitig um einen Stellplatz kümmern. Denn die Branche stößt an ihre Grenzen. (Quelle: foto-oliverfranke.de/Hersteller)

Urlaub im Zelt oder Wohnmobil ist beliebt wie nie. Doch wer im Sommer einen Stellplatz an der Nordsee oder am Bodensee ergattern will, muss jetzt buchen. Und ein ausreichendes Budget einplanen.

Camping hat sich in Deutschland von der Nische zur festen Größe im Tourismus entwickelt. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Mit rund 42,9 Millionen Übernachtungen liegt die Branche etwa 20 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Die Folgen des Booms sind für Reisende deutlich spürbar: Die einst typische Spontanität schwindet.

Jede elfte Übernachtung auf dem Campingplatz

Mittlerweile entfällt jede elfte touristische Übernachtung in Deutschland auf einen Campingplatz. In beliebten Regionen wie der Nord- und Ostseeküste, dem Schwarzwald oder dem Allgäu sind Stellplätze oft schon Monate im Voraus vergeben. Allein in den Hauptreisemonaten Juli und August kamen zuletzt mehr als 18,7 Millionen Übernachtungen zusammen. Wer in den Sommerferien verreisen will, muss häufig bereits im Frühjahr reservieren.

Kurzstrecke statt Fernreise: Immer mehr Camper suchen ihre Urlaubsziele in der Nähe, um das Budget zu schonen. (Quelle: IMAGO/Sabine Gudath)

Luxus statt Klappstuhl

Ein wesentlicher Treiber ist der wachsende Fahrzeugbestand. In Deutschland sind derzeit rund 1,9 Millionen Freizeitfahrzeuge zugelassen, darunter mehr als eine Million Reisemobile. Doch die Freiheit in der Natur ist nicht mehr zwingend günstig.

  • Die Kosten: Eine dreiköpfige Familie zahlt im Schnitt rund 40 Euro pro Nacht – nur für den Stellplatz.
  • Die Investition: Moderne Wohnmobile kosten häufig Beträge im sechsstelligen Bereich.
  • Der Teuer-Trend: „Glamping“ mit Luxus-Zelten und Hotelkomfort verdrängt die klassische Isomatte.
  • Die Spritkosten: Nach dem aktuellen Anstieg ist das Volltanken der größte Einzelposten in der Reisekasse.
Zäsur an der Zapfsäule: Hohe Spritpreise machen weite Roadtrips deutlich teurer. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Maria Kraynova)

Wirtschaftsfaktor mit Kapazitätsgrenzen

Mit einer jährlichen Bruttowertschöpfung von rund 20,8 Milliarden Euro ist Camping ein gigantischer Wirtschaftsfaktor geworden. Doch die Kapazitätsgrenzen sind erreicht. Während der Branchenverband mehr Flächen fordert, müssen Urlauber umdenken: Die Zeiten, in denen man einfach der Nase nach fahren konnte, sind für viele Regionen endgültig vorbei.

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