CSD-Attentäter

Ballouts Cousins gehörten wohl zum „Islamischen Staat“


28.07.2026 – 17:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Abdul Ballout: Der mutmaßliche CSD-Attentäter wurde in Spandau erschossen. (Quelle: Polizei Berlin)

Der CSD-Attentäter Abdul Ballout soll familiäre Verbindungen zum IS gehabt haben. Libanesische Ermittler hatten ihn bereits Monate vor dem Anschlag im Visier.

Neue Erkenntnisse zu den familiären Verbindungen des CSD-Tatverdächtigen Abdul Ballout werfen weitere Fragen zu seiner möglichen Radikalisierung auf. Ballout hatte bei einem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin am Samstagabend eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen verletzt. Am Sonntagabend wurde er bei einem Polizeieinsatz getötet.

Nach Informationen der „Zeit“ waren zwei Cousins Ballouts Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Die Zeitung beruft sich dabei auf Unterlagen libanesischer Ermittler, die nach ihren Angaben an deutsche Behörden weitergegeben wurden.

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Dem Bericht zufolge war Ballout bereits im Juli 2025 im Libanon wegen Terrorverdachts festgenommen worden. In einem Untersuchungsbericht soll festgehalten worden sein, dass er über einen Messenger-Dienst Kontakt zu mutmaßlichen IS-Kadern aufgenommen und um Unterstützung für eine Reise nach Syrien gebeten habe. Dabei habe er angegeben, von zwei Cousins empfohlen worden zu sein: Abu Bilal, der nach den Unterlagen in den Reihen des IS ums Leben gekommen sein soll, sowie Muhammad, der sich den Ermittlern zufolge derzeit im Irak in Haft befinden soll.

Ermittler sehen familiäre Verbindung bestätigt

Nach Angaben der libanesischen Ermittler handelte es sich bei den beiden Männern tatsächlich um Cousins Ballouts. Sie sollen Söhne einer Schwester seines Vaters sein. Diese sei mit Omar Bakri Fustuq verheiratet, der unter dem Namen Omar Bakri Muhammad als einflussreicher islamistischer Prediger bekannt wurde.

Bakri Muhammad lebte viele Jahre in Großbritannien und galt als eine prägende Figur der internationalen Dschihadisten-Szene. Ihm wird vorgeworfen, junge Männer für extremistische Gruppen wie Al-Qaida radikalisiert zu haben. Wegen Terrorvorwürfen verbrachte er später mehrere Jahre im Libanon im Gefängnis.

WhatsApp-Status mit Foto eines Cousins

Englischen Medienberichten zufolge schlossen sich zwei seiner Söhne dem IS an. Einer von ihnen, Bilal, soll 2015 im Irak getötet worden sein. Zum Schicksal des zweiten Sohnes, Muhammad, gibt es unterschiedliche Angaben. Während die libanesischen Unterlagen laut „Zeit“ von einer Inhaftierung im Irak sprechen, berichteten andere Medien, er sei in Syrien ums Leben gekommen oder von kurdischen Kräften festgenommen worden.

Nach Informationen der „Zeit“ stellten deutsche Ermittler zudem fest, dass Ballout im Oktober 2024 ein Foto seines Cousins Bilal als WhatsApp-Status veröffentlicht haben soll. Die Ermittler werten dies laut der Zeitung als möglichen Hinweis darauf, dass Ballout an seinen Cousin erinnern wollte. Ob Ballout seine beiden Cousins persönlich kannte, ist dem Bericht zufolge bislang unklar.

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