In die Türkei gelockt?

34 Russinnen in Ankara festgenommen


05.11.2026 – 10:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Ankara bei Nacht: Nach Razzien in Clubs sitzen 34 Russinnen im Abschiebezentrum. (Quelle: Valery Sharifulin/imago)

Frauen aus Russland sollen in der Türkei singen, tanzen oder Musik auflegen. Doch nach ihrer Ankunft läuft offenbar vieles anders. Dann durchsuchen Sicherheitskräfte mehrere Nachtclubs.

Bei Razzien in Nachtclubs in Ankara sind 34 russische Staatsbürgerinnen festgenommen worden. Das teilte die russische Botschaft in der Türkei mit. Die Frauen befinden sich demnach in einem Abschiebezentrum in der türkischen Hauptstadt. Ihre Mobiltelefone seien beschlagnahmt worden. Über ein Festnetztelefon könnten sie aber Kontakt zu Angehörigen aufnehmen, erklärte die diplomatische Vertretung.

Als Grund für die Festnahmen nennen die türkischen Behörden nach Angaben der Botschaft „Verstöße gegen die Moral und die öffentliche Sicherheit“. Die Festnahmen sollen bereits am 23. Oktober erfolgt sein. Bald soll die Gerichtsverhandlung stattfinden.

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2.500 Dollar und Fünf-Sterne-Hotel

Nach Angaben des Telegramkanals „Baza“ sollen viele der Frauen in die Türkei gelockt worden sein. Ihnen sei Arbeit in türkischen Nachtclubs versprochen worden. Sie sollten demnach als Tänzerinnen, Sängerinnen oder DJs auftreten. Eine Freundin einer der Festgenommenen erzählte dem Nachrichtenkanal, den Frauen seien ein Gehalt von bis zu 2.500 Dollar, ein Arbeitsvisum und eine Unterkunft in einem Fünf-Sterne-Hotel in Aussicht gestellt worden.

Nach ihrer Ankunft in der Türkei habe sich die Arbeit jedoch anders dargestellt. Die Frauen hätten nicht nur auftreten sollen, sondern auch Zeit mit den Gästen der Lokale verbringen und mit ihnen Alkohol trinken müssen, um sie zu weiteren Bestellungen zu bewegen.

Ähnlicher Fall in der Türkei im April

Bereits im vergangenen April hatten türkische Sicherheitskräfte in Ankara eine ähnliche Aktion durchgeführt. Damals wurden bei Razzien in neun Clubs 38 Frauen festgenommen, darunter elf Russinnen. Auch sie sollen in die Türkei gelockt worden sein: Ihnen seien Jobs als Kellnerinnen und Reinigungskräfte versprochen worden. Später hätten sie nach den vorliegenden Angaben jedoch als Konsumhostessen arbeiten müssen.

Nach den Razzien im April wurde über die Festnahme mutmaßlicher Organisatoren berichtet. Ihnen wurde Menschenhandel vorgeworfen. Ob es eine Verbindung zwischen dem damaligen Fall und den aktuellen Razzien gibt, ist nach den vorliegenden Informationen offen.

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