Keine Rettung nach Insolvenz

Nach fast 400 Jahren: Traditionsbrauerei schließt für immer


Aktualisiert am 29.09.2026 – 16:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Schild der Wolters-Brauerei in Braunschweig: Die Brauerei hat keine Zukunft. (Quelle: Katharina Keller/t-online)

Eine der ältesten Brauereien Deutschlands gibt auf. Das Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig schließt nach fast 400 Jahren seinen Produktionsstandort für immer.

Das Braunschweiger Hofbrauhaus Wolters wird seinen Produktionsstandort zum 31. Dezember endgültig schließen. Die Suche nach einem Investor ist gescheitert. Die Mitarbeiter wurden auf einer Betriebsversammlung über das Aus der Produktionsstätte informiert.

Fachanwalt Kimon Phillip Kantis von der Kanzlei Eckert bestätigt: „Der Restrukturierungsprozess hat nicht die Wendung genommen, die wir uns für alle Beteiligten gewünscht haben. Für den Produktionsstandort in Braunschweig konnte schlussendlich keine zukunftsfähige Lösung gefunden werden, sodass er zum 31. Dezember geschlossen werden muss.“

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Traditionsbrauerei schließt Standort nach Insolvenz endgültig

Wolters hatte im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt – mit dem erklärten Ziel, das Unternehmen zu sanieren und einen Investor zu finden. Gespräche mit Interessenten hatte es laut Kanzlei Eckert durchaus gegeben.

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Eine Übernahme kam dennoch nicht zustande. Die Kanzlei Eckert Rechtsanwälte begleitete das Verfahren rechtlich, die Beratungsgesellschaft Eckert Assurance betriebswirtschaftlich. Als vorläufiger Sachwalter war Rechtsanwalt Torsten Gutmann von der Kanzlei Pluta bestellt worden.

Schwacher Bierabsatz setzt 400 Jahre alter Brauerei zu

Ausschlaggebend für die Schieflage war neben dem anhaltend schwachen Bierabsatz auch der Rückzug der Volksbank Brawo, die als Eigentümerin die Brauerei lange finanziell gestützt hatte. Da sich die Bank selbst in einem Restrukturierungsprozess befindet, vergab sie keine weiteren Kredite.

In der „Braunschweiger Zeitung“ hatte die Bank im Juni erklärt: „Eine jetzt notwendige neue Kreditlinie hätte diese strukturellen Herausforderungen nicht gelöst.“ Bereits im Mai hatte Wolters angekündigt, das Exportgeschäft weitgehend einzustellen und rund 30 Stellen abzubauen.

Brauereibranche steht unter anhaltendem Druck

Der Fall steht exemplarisch für die Lage der gesamten Branche. Der Bierabsatz in Deutschland ging allein 2025 um sechs Prozent zurück. Gestiegene Energie- und Produktionskosten sowie Lieferkettenprobleme belasten die Brauwirtschaft seit der Corona-Pandemie. Wolters, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1627 zurückreichen, ist damit eines der ältesten Unternehmen, das in diesem Umfeld aufgibt.

Ob der Name Wolters erhalten bleibt, ist noch offen. Laut Kantis laufen weiterhin konstruktive Gespräche mit verschiedenen Interessenten über den Erhalt der Marke. Eine Entscheidung steht noch aus.

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