Alpen-Ansturm aus Asien
„Sie gehen mit Pantoffeln in die Berge“
Aktualisiert am 27.10.2026 – 10:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Südtirol wird in Asien immer beliebter. Für die Tourismusbranche gibt es so ganz neue Herausforderungen. Bei Anwohnern stößt der neue Massentourismus nicht nur auf Gegenliebe.
Das Reiseziel Südtirol ist bei Urlaubern aus Asien äußerst populär. Wie Roberta Agosti vom Verkehrsamt Bozen dem „Merkur“ erklärt, belegen die Touristen aus Asien inzwischen zusammengenommen Platz vier der Südtirol-Urlauber. Vor ihnen liegen demnach nur noch Italien, Deutschland und die USA.
Obwohl die Region so viel Geld für Werbung ausgibt wie kein anderer Teil Italiens, sei dieser Zulauf nicht bewusst gesteuert – und aus wirtschaftlicher Sicht deshalb umso erfreulicher. Der Präsident des Südtiroler Hotelierverbands, Klaus Berger, erklärt dem „Merkur“: „Dank der sozialen Medien kommen asiatische Touristen, ohne dass wir Werbekampagnen organisieren müssen.“
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Carlo Zanella, der Präsident des italienischen Alpenvereins CAI, betont, die Touristen seien „immer sehr respektvoll und ordentlich“. Gleichzeitig seien sie für das bergige Terrain aber oft ungeeignet. Zanella erklärt: „Sie gehen in Pantoffeln in die Berge, und das gefährdet ihre Sicherheit.“
Wie Berger erklärt, gibt es durch den neuen Zulauf zudem ein anderes Problem, das sich vor allem für die Urlauber aus anderen Ländern und Regionen Italiens bemerkbar macht: „Das Problem mit ihnen ist, dass sie ihren Urlaub viel früher buchen als die italienischen und deutschen Stammgäste und dann die Zimmer belegen.“
Südtirol: Anwohner wüten über Touristen
Bei den Anwohnern trifft der Touristenansturm auf Südtirol und die Alpen auf immer mehr Gegenwind. Ein Mann berichtet der „Tageszeitung“, die Einheimischen fühlten sich zuweilen in ihrer eigenen Welt ausgegrenzt – und bestiegen die Berge in ihrer Heimat gar nicht mehr. Einzelne Bürgermeister wünschten sich eine Touristen-Obergrenze von 2.000 Menschen pro Tag.
In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Protestaktionen gegen den übermäßigen Touristenzulauf: Anwohner haben etwa extra Drehkreuze aufgebaut, protestierten mit Plakaten oder schrieben große Schriftzüge in den Schnee.