„Der Anstieg ist erheblich“

Todesfälle während Hitzewelle: Bundesamt veröffentlicht Zahlen


07.07.2026 – 15:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Menschen an der Außenalster in Hamburg: Die Hitzewoche hat die Sterbefälle in Deutschland ansteigen lassen. (Quelle: Jonas Walzberg)

Erste Zahlen zeigen, wie sich die Hitzewoche auf die Sterblichkeit in Deutschland ausgewirkt hat. Ein Wissenschaftler ordnet die Werte ein.

Während der Hitzewelle sind die Todesfälle in Deutschland deutlich gestiegen. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach sind zwischen dem 22. und dem 28. Juni in Deutschland nach vorläufigen Zahlen 5.655 mehr Personen gestorben als im Mittel der vergangenen drei Jahre. Insgesamt gab es in der letzten Juniwoche 2026 demnach 23.665 Todesfälle, als mittleren Wert (Median) der Jahre von 2022 bis 2025 gibt das Bundesamt rund 18.000 Tote für die 26. Kalenderwoche an.

Ganz Europa wurde in dieser Zeit von einer Hitzewelle getroffen. Auch in Deutschland wurde gleich mehrfach der Temperaturhöchstwert gebrochen. An Messstationen im ganzen Land wurden zudem lokale Rekorde aufgestellt.

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Wissenschaftler: Endgültige Schlüsse erst in den kommenden Wochen möglich

Sebastian Klüsener, Forschungsdirektor am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, erklärte t-online mit Blick auf die Sterblichkeitszahlen: „Der Anstieg ist auf jeden Fall erheblich.“ Gleichzeitig ordnet er die Werte ein: Es liege der Vermutung nah, dass viele der in der Woche verstorbenen Personen Vorerkrankungen hatten.

Wenn die Sterbezahl in den kommenden Wochen unter den Schnitt der vergangenen Jahre falle, sei dies auf einen Verschiebungseffekt zurückzuführen. Menschen, die ohnehin bald gestorben wären, hätte der Tod dann nur etwas früher ereilt.

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Sinken die Sterbezahlen in den kommenden Wochen hingegen auf das Normalniveau der Vorjahre ab, würde das darauf hindeuten, dass nicht nur Personen mit geringer Restlebenserwartung in der Hitzewoche gestorben sind, sondern auch gesündere Personen.

Die von dem Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind nur vorläufig und bestehen zum Teil aus Schätzungen. Wie das Statistische Bundesamt erklärte, sind die Daten mindestens 80 Prozent vollständig. Der Rest wird mit bestimmten Modellen errechnet. Die mittlere absolute Abweichung von später vorliegenden genaueren Ergebnissen liegt bei 1,7 Prozent.

Auch, wenn die Fehlerquote in Extremwochen deutlich höher sein kann, sei die grundlegende Stoßrichtung schon jetzt klar: Die bereits bestätigten Sterbefallzahlen für die Woche vom 22. bis zum 28. Juni sind außergewöhnlich hoch.

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