Supplemente im Trend

Thomas Müller schluckt täglich 25 Kapseln – das raten Experten


Aktualisiert am 09.06.2026 – 12:53 UhrLesedauer: 4 Min.

Thomas Müller: Der Fußballprofi sprach bei seiner Vorstellung als Markenbotschafter eines Nahrungsergänzungsmittel-Herstellers über seine Supplement-Routine. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Thomas Müller treibt den Nahrungsergänzungs-Trend auf die Spitze: Jeden Tag stehen bei ihm Vitamin D, Omega-3, Kreatin und weitere Supplemente auf dem Plan. Ist das gesund?

20 bis 25 Kapseln: So viele Nahrungsergänzungsmittel nimmt Thomas Müller täglich ein, wie der Fußballer bei einem Auftritt als neuer Markenbotschafter eines Nahrungsergänzungsmittel-Herstellers verriet. Eine beeindruckende Zahl, die Fragen aufwirft. Unter anderem: Ist das wirklich sinnvoll? Sollten sich auch Hobbysportler und andere gesundheitsbewusste Menschen ein Beispiel daran nehmen?

Zu den Präparaten, die Müller jeden Tag einnimmt, zählen nach seinen Angaben Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Kreatin, Magnesium, Spermidin, L-Ergothionein, Bakterienkulturen, Eisen, Zink, Selen und weitere Mikronährstoffe. Ob diese Supplement-Routine seiner Gesundheit zuträglich ist, lässt sich von außen kaum beurteilen. Denn die beiden dafür relevanten Informationen fehlen: Wie genau ist seine Ernährung zusammengesetzt? Hat er einen ärztlich festgestellten Mangel an bestimmten Vitaminen oder Mineralstoffen?

Nahrungsergänzungsmittel lassen sich nämlich nicht pauschal als gesundheitsförderlich oder überflüssig beziehungsweise riskant beurteilen. Zwar versorgt eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung den gesunden Körper normalerweise mit allen wichtigen Stoffen. Manche Präparate können für gewisse Personengruppen aber durchaus empfehlenswert oder sogar notwendig sein.

  • Arzt klärt auf: Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?
  • Vorsicht bei Vitamin D: Diese Form kann sogar schaden

Nur bestimmte Personengruppen brauchen Supplemente

Die Verbraucherzentrale betont, dass Nahrungsergänzungsmittel vor allem dann sinnvoll sind, wenn „die richtigen Nährstoffe vom richtigen Menschen zur richtigen Zeit in der richtigen Menge genommen werden“. Gleichzeitig warnen die Verbraucherschützer vor dem „Gießkannenprinzip“, also der vorsorglichen Einnahme zahlreicher Präparate ohne konkreten Bedarf.

Ein solcher kann etwa bestehen bei

  • veganer Ernährung: Vitamin B12 kommt nahezu ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Menschen, die sich vegan ernähren, sollten ihren Vitamin-B12-Status regelmäßig überprüfen lassen und den Nährstoff gegebenenfalls ergänzen.
  • Eisenmangel: Betroffen sind beispielsweise manche Frauen mit starken Monatsblutungen oder Menschen mit Erkrankungen, die die Eisenaufnahme beeinträchtigen.
  • Vitamin-D-Mangel: Ein erhöhtes Risiko haben unter anderem Menschen, die sich überwiegend in Innenräumen aufhalten, Pflegebedürftige oder Personen mit wenig Sonnenlichtexposition.
  • Schwangerschaft oder Kinderwunsch: Für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere wird häufig die Einnahme von Folsäure empfohlen, um das Risiko bestimmter Fehlbildungen zu senken.
  • Erkrankungen mit gestörter Nährstoffaufnahme: Dazu zählen beispielsweise bestimmte Magen-Darm-Erkrankungen, bei denen Vitamine oder Mineralstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden können.
  • bestimmten Lebenssituationen im Alter: Ältere Menschen können unter Umständen Schwierigkeiten haben, ausreichend Nährstoffe über die Ernährung aufzunehmen.

Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt und eine Supplementierung erforderlich ist, kann nur ein Arzt mit Gewissheit feststellen. Falls ja, verordnet der Arzt üblicherweise ein Präparat, das gezielt den fehlenden Stoff liefert.

Bei Kombipräparaten hingegen passiert es leicht, dass der Körper deutlich höhere Mengen verschiedener Stoffe zugeführt bekommt, als gut wäre. Ihre Einnahme erhöht das Risiko einer Überversorgung und ist nicht ratsam.

Gut zu wissen

Kreatin kann für Sportler tatsächlich förderlich sein. Studien zeigen, dass es die Leistungsfähigkeit bei kurzen, hochintensiven Belastungen wie Sprints oder Krafttraining steigern kann.

Viele Präparate bergen Risiken

Für alle Supplemente gilt generell: Was dem einen hilft, ist für den anderen verzichtbar oder sogar gefährlich. Apropos gefährlich: Neben einer Überdosierung können einige Nahrungsergänzungsmittel noch andere unerwünschte Wirkungen haben, teilweise lebensbedrohliche. Experten führen inzwischen etwa 10 bis 20 Prozent der medikamentenbedingten Leberschäden auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Problematisch sind unter anderem bestimmte Pflanzenextrakte wie Grüntee-Extrakt, Ashwagandha, Garcinia cambogia oder hoch dosiertes Curcumin.

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