Neuer Ansatz in Studie getestet

Gegen Vorhofflimmern könnte diese Maßnahme helfen


01.09.2026 – 15:24 UhrLesedauer: 3 Min.

Vorhofflimmern äußert sich häufig durch Herzklopfen, das in der Brust oder im Hals zu spüren ist. (Quelle: brizmaker/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Was tun, wenn das Herz immer wieder aus dem Takt gerät? Laut einer Studie verschaffen bei Vorhofflimmern nicht nur Medikamente Linderung.

Vorhofflimmern ist eine häufige Herzrhythmusstörung, bei der das Herz zeitweise unregelmäßig und oft zu schnell schlägt. Das ist zwar in aller Regel nicht akut lebensbedrohlich. Es kann aber verunsichernd und unangenehm sein, zumal es nicht selten mit weiteren Beschwerden einhergeht – etwa einem Schwächegefühl, einem Engegefühl in der Brust, Erschöpfung, Benommenheit und Schwindel. Zudem kann Vorhofflimmern auf lange Sicht das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen, vor allem für Schlaganfälle.

Um Beschwerden zu lindern und Komplikationen vorzubeugen, kommen üblicherweise Medikamente zum Einsatz. Eine neue Studie deutet nun darauf hin, dass zusätzlich etwas anderes helfen könnte: ein individuell angepasstes Trainingsprogramm.

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Fitnesstraining gegen Herzstolpern

An der Studie nahmen 295 eher unsportliche Patienten an drei Kliniken in Norwegen teil. Im Durchschnitt waren sie 64 Jahre alt, 30 Prozent waren Frauen. Alle litten unter Beschwerden durch Vorhofflimmern, das nicht dauerhaft bestand. Das heißt: Phasen mit Vorhofflimmern wechselten sich mit Zeiten ab, in denen das Herz wieder im normalen Rhythmus schlug.

Die Forscher wollten herausfinden, ob ein gezieltes Trainingsprogramm die Phasen des gestörten Herzrhythmus verkürzen kann. Dafür teilten sie die Teilnehmer per Zufall in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe erhielt die beim Vorhofflimmern übliche Behandlung. Die andere absolvierte ein einjähriges Trainingsprogramm.

Das Programm setzte vor allem auf Ausdauertraining. In den ersten vier bis sechs Wochen absolvierten die Teilnehmer acht betreute Einheiten, darunter intensive Intervalle auf dem Laufband, dem Fahrrad oder im Freien. Danach trainierten sie überwiegend selbstständig weiter. Eine Smartwatch zeichnete Aktivität und Herzfrequenz auf, ein Coach begleitete sie über eine App aus der Ferne.

Ein Herzmonitor zeichnete jede Rhythmusstörung auf

Um möglichst genau zu erfassen, wie häufig und wie lange das Vorhofflimmern auftrat, bekam jeder der Probanden außerdem einen kleinen Herzmonitor unter die Haut eingesetzt. Dieser zeichnete den Herzrhythmus während des gesamten Studienjahres kontinuierlich auf. So konnten die Wissenschaftler nicht nur einzelne Beschwerden oder Momentaufnahmen vergleichen, sondern berechnen, welchen Anteil das Vorhofflimmern an der gesamten Beobachtungszeit hatte.

Das Ergebnis fiel deutlich aus: In der Trainingsgruppe erlebten die Patienten im Schnitt während 3,9 Prozent der überwachten Zeit Vorhofflimmern. In der Vergleichsgruppe waren es 7,1 Prozent. Das entspricht einer relativen Verringerung um 45 Prozent.

Wichtig

Die Ergebnisse wurden auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC-Kongress) 2026 vorgestellt. Sie sind aber bislang noch nicht mit sogenanntem Peer-Review-Verfahren in einer Fachzeitschrift erschienen. Bei diesem Verfahren prüfen unabhängige Forscher vor der Veröffentlichung unter anderem, ob die Methoden sauber sind, die Auswertung nachvollziehbar ist und die Schlussfolgerungen zu den Daten passen. Dass die Ergebnisse diesen Prozess noch nicht durchlaufen haben, bedeutet nicht, dass sie falsch oder unzuverlässig sind. Es heißt aber, dass eine wichtige zusätzliche Qualitätskontrolle noch aussteht.

Lebensqualität besserte sich nicht

Das Team ging auch der Frage nach, wie sich der Sport auf die Lebensqualität der Teilnehmer auswirkte. Wie sich herausstellte, fühlten sich die Teilnehmer aus der Trainingsgruppe im Alltag nicht deutlich besser als die, die nicht an dem Sportprogramm teilgenommen hatten.

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