„Lang lebe der Schah“
Tausende Iraner demonstrieren „weitgehend friedlich“ für Pahlavi
07.11.2026 – 17:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Laut Polizei kamen etwa 20.000 Menschen zur Kundgebung im Ostpark. Anlass war der Freiheitspreis der Naumann-Stiftung für Reza Pahlavi.
„Lang lebe der Schah“: Mit diesen Rufen haben Anhänger des iranischen Oppositionspolitikers Reza Pahlavi in Frankfurt für eine freie Gesellschaft im Iran und gegen die Regierung in Teheran demonstriert. Laut Polizei kamen zur Großkundgebung im Ostpark etwa 20.000 Unterstützer. Pahlavi hatte zuvor in der Paulskirche den Freiheitspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung im Namen des iranischen Volkes entgegengenommen.
Nach Polizeiangaben zogen etwa 9.000 Menschen friedlich durch die Innenstadt. Zu der anschließenden Großkundgebung im Ostpark versammelten sich laut Polizei insgesamt etwa 20.000 Unterstützer des Schah-Sohns. Angemeldet war die Kundgebung für 30.000 Teilnehmer. Die Versammlungen verliefen laut Polizei bis zum Nachmittag „weitgehend friedlich“ und ohne größere Zwischenfälle.
Eine Festnahme im Umfeld der Demo
Im Umfeld des Demonstrationszuges nahm die Polizei nahe der Konstabler Wache einen Mann fest. Es habe einen Hinweis auf einen Livestream gegeben, in dem er Straftaten angekündigt haben solle, teilte die Polizei mit. An einer Gegendemonstration gegen Pahlavi am Roßmarkt beteiligten sich laut Polizei nur wenige Menschen, am frühen Nachmittag etwa 20.
Viele Teilnehmer trugen die frühere iranische Nationalfahne mit einem Löwen in der Mitte, andere zeigten Bilder Pahlavis mit der Aufschrift „Schah“. Eine Teilnehmerin sagte am Rande der Kundgebung: „Wir haben die Hoffnung, dass Iran frei wird“. Man wolle keine reine Monarchie, sondern „es wie Europa machen“.
Schah-Sohn sieht sich als Brückenbauer
Bei der Feierstunde in der Paulskirche kündigte Pahlavi an, er werde die Auszeichnung eines Tages in die Hände des iranischen Volkes legen, „nicht auf ausländischem Boden, sondern in unserer Hauptstadt Teheran“. Er sehe seine Rolle als Brückenbauer. „Die islamische Republik ist nicht die legitime Regierung des Iran.“ Das großteils iranischstämmige Publikum übertönte die Feierstunde immer wieder mit Sprechchören.

Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hob bei der Feier hervor, Pahlavi habe immer gesagt, dass das iranische Volk selbst über seine Zukunft entscheide. Nicht alle seien mit der Preisverleihung einverstanden. „Dann weiß man übrigens immer, dass man auf der richtigen Spur ist.“
Pahlavi wird nicht von allen positiv gesehen
Pahlavi ist der 66-jährige Sohn des 1979 gestürzten Schahs und lebt im Exil in den USA. Er hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht, falls die Staatsführung in Teheran stürzen sollte. Von vielen wird er kritisch gesehen, schon wegen der monarchistischen Vergangenheit des Landes unter seinem autokratisch herrschenden Vater.
Nach dem Ende von Pahlavis Rede, die er hauptsächlich auf Persisch hielt, verließen die ersten Demonstranten das Gelände. Es gab Sprechchöre: „Danke schön, Polizei“.