Später als Negativszenario
Stuttgart 21 verzögert sich um weitere fünf Jahre
Aktualisiert am 08.06.2026 – 18:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist seit dem Jahr 2010 eine Baustelle. Die Fertigstellung kommt wohl noch später als das letzte Negativszenario.
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 wird deutlich später fertig als bislang angenommen. Die Eröffnung des neuen unterirdischen Hauptbahnhofs soll nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) erst Ende 2031 erfolgen. Auch die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten von einer weiteren Verzögerung.
Ein Bahnsprecher erklärte, man äußere sich nicht zu Spekulationen. Die Öffentlichkeit werde nach dem Stuttgart-21-Lenkungskreis am 26. Juni über ein neues Inbetriebnahmekonzept informiert.
Knoten ist der Knackpunkt
Die erneute Verzögerung geht demnach auf eine umfassende Überprüfung des Projekts zurück, die Bahnchefin Evelyn Palla Ende vergangenen Jahres angestoßen hat. Bereits zuvor hatte die Bahn den ursprünglich für Ende 2025 vorgesehenen Termin auf 2026 verschoben. Die neue Planung würde sogar das bislang angenommene Negativszenario übertreffen. Zuletzt war eine Eröffnung im Jahr 2030 als spätester realistischer Termin gehandelt worden.
Im Rahmen des Projekts soll der Stuttgarter Bahnknoten vollständig mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet werden. Lichtsignale sind nicht mehr vorgesehen. Nach Angaben der FAZ bereitet diese Digitalisierung weiterhin erhebliche Probleme. Die für Stuttgart 21 zuständige DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH habe die Schwierigkeiten dem Bericht zufolge nicht in den Griff bekommen.

Gestaffelte Inbetriebnahme geplant
Dennoch soll es schon vor der vollständigen Fertigstellung Verbesserungen für Reisende geben. Derzeit müssen Reisende lange Umwege zu den Gleisen in Kauf nehmen. Doch Ende 2027 könnten erste Bereiche des neuen Bonatzbaus genutzt und dadurch die Wege verkürzt werden. Ende 2028 soll dieser Bahnhofsteil dann vollständig in Betrieb gehen. Die Anbindung des Flughafens ist laut „FAZ“ für Ende 2030 vorgesehen.
Das Herzstück des Projekts, der neue unterirdische Durchgangsbahnhof, soll nach den Berichten erst Ende 2031 in Betrieb gehen.
Mit der starken Verzögerung sind auch die Kosten des Projekts stark gestiegen. Während die Projektpartner 2009 noch von rund 4,5 Milliarden Euro ausgingen, veranschlagt die Bahn die Kosten inzwischen auf rund 11,3 Milliarden Euro. Die zusätzlichen Kosten muss sie nach einem Gerichtsurteil selbst tragen.
