Eklat auf der Wiesn
Streit im Bierzelt eskaliert – Frau schlägt FDP-Politiker
Aktualisiert am 01.10.2026 – 15:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Auf dem Oktoberfest endete ein Streit über den Nahost-Konflikt mit einer Handgreiflichkeit. Für die Münchner Linken-Fraktion hat der Vorfall Konsequenzen.
Dass es auf dem Oktoberfest im Bierzelt gelegentlich zu Handgreiflichkeiten kommt, ist nichts Neues. Nun aber hat ein Zwist in der Boxe des Münchner Stadtrats für die letzten paar Wiesntage ungewöhnliche Konsequenzen. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat der Fraktion der Linken für dieses Oktoberfest den Tisch in der sogenannten Ratsboxe entzogen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.
Der Anlass liegt demnach schon Tage zurück. Eine Frau, die am Tisch der Linken-Fraktion saß, soll dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Stadtrat, Jörg Hoffmann, eine Ohrfeige erteilt haben. Zu dem Vorfall soll es nach einer Debatte über den Nahost-Konflikt gekommen sein, wie Medien berichten. Es soll demnach anti-israelische Parolen gegeben haben, Hoffmann soll versucht haben, dem Einhalt zu gebieten. Dem Vernehmen nach war auch Alkohol im Spiel.
Wiesn „kein Ort für politische Agitation“
„Die Wiesn ist kein Ort für politische Agitation. Vollkommen inakzeptabel ist der körperliche Angriff auf unseren Stadtratskollegen Jörg Hoffmann, dem meine volle Solidarität gilt“, begründete Krause die Entscheidung auf Anfrage. „Gewalt darf nie ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.“ Es sei aber ein gutes Zeichen, dass sich der Fraktionsvorsitzende der Linken, Stefan Jagel, bei Hoffmann entschuldigt habe.
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Der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle verurteilte das Verhalten der Linken-Gäste in der Ratsboxe. Politisch motivierte Aggression von Mitgliedern oder Anhängern der jungen Linken am Oktoberfest dürfe man nicht dulden. „Die Wiesn ist ein Ort der friedlichen Begegnung und des Feierns.“

Linken-Fraktionschef entschuldigt sich
Jagel teilte auf Anfrage mit: „Was mir geschildert wurde, ist ein No-Go. Ich bin auch persönlich sehr angefasst. Ich habe mich sofort dafür bei Herrn Hoffmann entschuldigt.“ Weiter: „Die Frau war eine Freundin eines Mitglieds und zufällig am Tisch mit dabei. Sie ist kein Mitglied der Linken oder der Linksjugend. Das Ganze wird Konsequenzen haben. Die Betreffenden werden keinen Tisch mehr über unsere Fraktion bekommen.“ Der Vorfall werde auch auf der Kreisvorstandssitzung besprochen – und er habe selbst noch ein Gespräch mit der Frau persönlich.