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Staatsschutz prüft Schreiben zu Stromanschlägen in Adlershof

wochentlich.deBy wochentlich.de11 Mai 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Staatsschutz prüft Schreiben zu Stromanschlägen in Adlershof
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Nach Durchsuchungen in Berlin

Staatsschutz prüft Schreiben zu Strom-Sabotage

Aktualisiert am 11.05.2026 – 05:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Ein Strommast (Symbolbild): Am 9. September 2025 gab es einen Anschlag auf die Hochspannungsleitungen im Technologiepark Adlershof. (Quelle: IMAGO/Rene Traut/imago)

Nach den Stromanschlägen in Adlershof und Lichterfelde beschäftigt ein neues Schreiben den Berliner Staatsschutz. Ermittler halten das veröffentlichte Schreiben offenbar für echt.

Ein auf der vom Verfassungsschutz beobachteten Plattform Indymedia veröffentlichtes Plakat hat den Berliner Staatsschutz auf den Plan gerufen. Das Landeskriminalamt stufte das Schreiben, das vergangene Sabotageakte gegen die Berliner Stromversorgung als legitimen Widerstand darstellt und Solidarität mit Beschuldigten aus der linksextremen Szene bekundet, nach rbb-Informationen als authentisch ein.

Unter der Überschrift „Cut the Power, so we can see the stars“ (auf Deutsch: „Schaltet den Strom ab, damit wir die Sterne sehen können“, Anm. d. Red.) beziehen sich die Verfasser auf den Brandanschlag vom 9. September 2025 auf Hochspannungsleitungen im Technologiepark Adlershof. Das Ereignis wird im Text als Angriff auf den „militärisch-industriellen Komplex“ bezeichnet, der Schaden belief sich laut Berichten auf bis zu 70 Millionen Euro.

Die Polizei bestätigte gegenüber dem RBB die Prüfung des Schreibens.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Passagen, in denen die Verfasser die Durchsuchungen vom 24. März 2026 beschreiben. An jenem Tag hatten Behörden 17 Objekte in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz (Brandenburg) durchsucht, darunter Privatwohnungen von Angehörigen und Bekannten der Verdächtigen sowie Szenetreffpunkte wie die anarchistische Bibliothek Kalabalik, den Infoladen Scherer8 und den L5 Späti. Aus Sicherheitskreisen verlautete gegenüber dem RBB, dieses Detailwissen deute darauf hin, dass das Schreiben aus dem direkten Umfeld der Beschuldigten stammen könnte.

Die Verfasser ordnen die Sabotageakte in ein anarchistisches Weltbild ein. „Es wird immer die geben, die nicht Teil von Unterdrückung, von Tod und Zerstörung für Geld und Macht sein wollen“, heißt es in dem Text. Gemeint seien „Anarchist*innen, die gegen jeden Staat und jede Autorität, für ein Leben ohne Herrschaft kämpfen“. Den Abschluss bildet der Satz: „Ein Treffer ins Herz der Bestie.“

Dass das Schreiben auf Indymedia erschien, ist für Ermittler kein Zufall: Die Plattform gilt in der linksextremen Szene seit Jahren als zentrales Sprachrohr für Stellungnahmen ebenso wie für operative Kommunikation rund um Sabotageakte.

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