Wieder aktiv werden
Sport nach Blasenkrebs – was ist erlaubt?
03.09.2025 – 15:50 UhrLesedauer: 4 Min.
Eine der Herausforderungen nach der Therapie von Blasenkrebs ist oft das Wiedererlangen der körperlichen Fitness. Worauf gilt es beim Sport zu achten?
Wer eine Blasenkrebsbehandlung abgeschlossen hat und wieder in den Alltag entlassen wird, muss sich in der Regel erst einmal erholen. Nicht selten schließt sich auch ein Aufenthalt in einer Rehaklinik an. Danach müssen Betroffene in puncto Bewegung selbst aktiv werden. Doch wie viel Belastung dürfen sie dem Körper zumuten?
Die gute Nachricht: Im Allgemeinen spricht nichts dagegen, nach dem Blasenkrebs wieder körperlich aktiv zu werden. Im Gegenteil: Sport beziehungsweise regelmäßige Bewegung wird häufig sogar empfohlen. Ab wann und in welcher Form Sport wieder ratsam ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa davon, wie genau die Krebserkrankung behandelt wurde, wie lange die Therapie bereits zurückliegt, welches Alter die Person hat und wie es um die individuelle Fitness und Gesundheit genau bestellt ist.
(Wohldosierter) Sport kann sich im Anschluss an eine Erkrankung wie Blasenkrebs in vielerlei Hinsicht positiv auswirken. Mithilfe eines angepassten Bewegungstrainings bessern sich oftmals mögliche Folgen der Behandlung, wie etwa Erschöpfungszustände (Fatigue), Müdigkeit, Ängste, Depressionen oder Schlafstörungen. Überdies nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit zu, sodass es vielen Betroffenen leichter fällt, ihren Alltag zu bewältigen.
In etwa 75 Prozent der Fälle handelt es sich um ein „nicht-muskelinvasives“ Harnblasenkarzinom. Das bedeutet, die Krebszellen wachsen nur oberflächlich, also in der Schleimhaut der Blase. Dadurch lässt sich der Blasenkrebs häufig während einer Blasenspiegelung mittels einer Elektroschlinge durch die Harnröhre hindurch vollständig entfernen. Fachleute sprechen hierbei von einer transurethralen Resektion von Blasengewebe (TUR-B). Die Heilungsaussichten sind für gewöhnlich gut.
Im Anschluss an solch eine Blasenoperation sollten Betroffene Sport und Bewegung üblicherweise eine Zeit lang pausieren:
Wichtig: Wann und in welcher Form Sport nach einer Blasenoperation ratsam ist, sollten Betroffene zur Sicherheit immer individuell mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen.
Im Falle eines „muskelinvasiven“ Blasenkrebses ist es häufig nötig, die Harnblase operativ zu entfernen (Fachausdruck: Zystektomie). Betroffene bekommen dann als Ersatz eine künstliche Harnableitung gelegt, etwa in Form einer Neoblase (innerhalb des Körpers) oder über ein Stoma (Ableitung über eine künstliche Körperöffnung in ein Beutelsystem).
Die Heilungsdauer nach einer Zystektomie ist in der Regel länger als nach einer TUR-B und kann mehrere Wochen betragen, meist etwa zwei Monate. Zwar sind nach der OP häufig schon leichte Spaziergänge oder Bewegungsübungen im Krankenhaus möglich. „Richtiger“ Sport kann jedoch erst in Betracht gezogen werden, wenn die Wundheilung komplett abgeschlossen ist. Wann genau das ist, hängt vom individuellen Verlauf und von möglichen Komplikationen ab. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ist es zudem wichtig, für circa acht Wochen nicht schwerer als 5 Kilogramm zu heben.
