Gelenkverschleiß der Wirbelsäule
Wie sich eine Spondylarthrose bemerkbar macht und was hilft
Aktualisiert am 16.10.2025 – 08:05 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Spondylarthrose liegt vor, wenn die schützende Knorpelschicht zwischen den Facettengelenken der Wirbelsäule abgenutzt ist. Was dann zu tun ist.
Bei einer Spondylarthrose, auch Facettengelenksarthrose genannt, ist die Knorpelschicht zwischen den Facettengelenken beschädigt. Das sind die kleinen Zwischenwirbelgelenke der Wirbelsäule. Eine reibungslose Bewegung der Gelenkflächen ist zunehmend erschwert. Betroffene haben mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen. Welche Behandlung hilft?
Spondylarthrose ist eine Form der Arthrose, welche die Facettengelenke betrifft. Diese liegen paarweise seitlich an den Gelenkfortsätzen der Wirbel und verbinden diese nach oben und unten miteinander. Die Facettengelenke stellen die Stabilität und die Beweglichkeit der Wirbelsäule sicher. Wie bei jeder Arthrose handelt es sich auch bei der Spondylarthrose um einen altersbedingten oder durch Fehlhaltungen und Überlastung verursachten Gelenkverschleiß.
Bewegungsmangel, eine schwache Rückenmuskulatur, Übergewicht, genetische Einflüsse, Verletzungen sowie Operationen, aber auch Osteoporose gehören zu den Faktoren, welche den Verschleiß der Knorpel zwischen den Facettengelenken begünstigen beziehungsweise beschleunigen. Schätzungen zufolge sind die Facettengelenke bei etwa 10 bis 15 Prozent der Menschen mit chronischen Rückenschmerzen die Hauptursache der Beschwerden.
Im Fall einer Spondylarthrose nutzen sich die Gelenkknorpel zwischen den Wirbelkörpern ab. Mit den Jahren hat das Folgen: Reibungs- und Entzündungsschmerzen nehmen zu. Die Beweglichkeit ist zunehmend eingeschränkt. Nervenstrukturen können eingeengt werden, was zu Missempfindungen führen kann. Die Spondylarthrose kann überall in der Wirbelsäule auftreten, betrifft aber besonders häufig den Bereich der Lendenwirbelsäule.
Die Symptome der Arthrose in der Wirbelsäule entwickeln sich über die Jahre hinweg meist schleichend. Typisch sind dumpfe, tief sitzende Rückenschmerzen, die sich bei Belastung, längerer Bewegung oder nach langem Sitzen verstärken. In Ruhe oder im Liegen lassen die Schmerzen häufig nach, vor allem in der Anfangsphase. Viele Betroffene berichten zudem über eine Morgensteifigkeit in der Wirbelsäule und verstärkten Schmerz am Morgen (Anlaufschmerz).
Im fortgeschrittenen Stadium nehmen die Schmerzen zu und strahlen unter Umständen in Gesäß, Beine oder Arme aus – je nachdem, welcher Bereich der Wirbelsäule vom Verschleiß betroffen ist. Es können unter Umständen Taubheitsgefühle und Kribbeln auftreten.
Betroffene nehmen immer stärkere Bewegungseinschränkungen wahr. Ihnen fällt es zunehmend schwerer, sich zu bücken, sich aufzurichten oder die Wirbelsäule zu drehen. Häufig versuchen Betroffene unbewusst, die Schmerzen auszugleichen, indem sie sich beispielsweise beim Laufen nach vorn beugen. Entsprechend kann sich das Gangbild verändern. Viele berichten zudem von einem Gefühl der Instabilität im Rücken.
Spondylarthrose ist nicht heilbar – aber behandelbar
Heilbar ist die fortschreitende Abnutzung der schützenden und dämpfenden Knorpelschicht nicht. Der Verschleiß ist nicht rückgängig zu machen. Doch es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten für Betroffene. Im Fokus der Therapie steht die Linderung der Symptome, die Behandlung von Entzündungsprozessen und Schmerzen sowie Training der Beweglichkeit.
Eine tragende Säule der Therapie ist Bewegung. Eine gestärkte Rückenmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule und entlastet die Wirbelgelenke. Physiotherapie ist ebenso empfohlen wie Bewegungsformen, etwa Pilates, Yoga und Qigong. Wichtig ist, dass sich die gewählte Bewegungsform für die individuelle körperliche Situation eignet. Die ergänzende Behandlung mit Schmerzmitteln unterstützt die Beweglichkeit und nimmt die Belastung im Alltag.
Ergänzend können Wärmeanwendungen und Massagen zur Anwendung kommen. Gegen bestehende Entzündungen können unter Umständen Injektionen mit Kortison helfen. Viele Betroffene versuchen es zudem mit alternativen Methoden wie Akupunktur oder Faszienbehandlung. Eine Wirkung ist wissenschaftlich nicht bewiesen.
