Kolumbien
Spezialkräfte befreien 39 Geiseln aus der Hand von Rebellen
Aktualisiert am 15.07.2026 – 08:27 UhrLesedauer: 2 Min.
In Teilen von Kolumbien tobt ein Bürgerkrieg. Als marxistische Rebellen dort Buspassagiere gefangennehmen, startet das Militär eine blutige Befreiungsaktion.
39 Menschen sind in Kolumbien kurz nach ihrer Gefangennahme durch Kämpfer der Guerrilla-Gruppe ELN vom Militär befreit worden. Bei der Rettungsaktion seien zwei Soldaten getötet und fünf weitere verletzt worden, teilte die Armee am Dienstagabend (Ortszeit) mit.
Die 39 Zivilisten waren in einer abgelegenen Region im Nordwesten des Landes verschleppt worden. Nach Angaben aus Armeekreisen waren sie in einem Bus unterwegs, den die ELN-Rebellen auf einer Straße in der Region Chocó in ihre Gewalt brachten. Unter den Entführten war nach Armeeangaben auch ein Minderjähriger.
Die an Panama angrenzende Provinz Chocó ist eine Hochburg der marxistischen Rebellen, die hier Drogenhandel und illegalen Bergbau betreiben. Immer wieder entführen Kämpfer Zivilisten, um Lösegeld zu erpressen. Außerdem kommt es regelmäßig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der kolumbianischen Armee.

Rechter Präsident will Bombardierungen anordnen
Die ELN hat sich nicht an einem Friedensabkommen beteiligt, das die Regierung vor rund zehn Jahren mit der Farc-Guerilla geschlossen hatte. Kolumbiens linksgerichteter Präsident Gustavo Petro hatte bei seinem Amtsantritt im Jahr 2022 erklärt, Frieden mit den verbliebenen bewaffneten Rebellengruppen schließen zu wollen – was ihm nicht gelang. Eine entsprechende Initiative wurde im Januar 2025 endgültig beendet, als bei Zusammenstößen zwischen Farc-Splittergruppen und ELN-Kämpfern mehr als hundert Menschen getötet wurden.
Petro scheidet am 20. Juli aus dem Amt. Sein Nachfolger Abelardo de la Espriella hat angekündigt, mit harter Hand gegen die Rebellen vorzugehen und sogar Bombenangriffe auf deren Stützpunkte in Aussicht gestellt. Unter anderem dieses Versprechen brachte dem rechtsextremen Politiker im Wahlkampf einen knappen Sieg ein. Unterstützt wurde er von US-Präsident Donald Trump. Dieser wünscht sich in ganz Lateinamerika einen politischen Rechtsruck und ein hartes Durchgreifen gegen linke Rebellengruppen.

Deutschland als Vermittler
Die ELN wurde in den 1960er-Jahren vom Studenten Fabio Vasquez Castaño gegründet und zählt zu den ältesten, noch aktiven Guerillagruppen des Kontinents. Ihre laut Schätzungen rund 3.000 Mitglieder rekrutierten sich ursprünglich aus dem städtischen, intellektuellen Milieu. Inzwischen erhält die Bewegung vor allem Zulauf aus den ärmeren Bevölkerungsschichten.
