SpaceX, Anthropic, OpenAI

Milliardenbörsengänge: Aber wo sind die Gewinne?

12.06.2026 – 12:53 UhrLesedauer: 3 Min.

OpenAI-CEO Sam Altman: KI-Unternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic drängen an die Börse – doch diese Tech-Giganten schreiben Verluste. (Quelle: Kim Kyung-Hoon/REUTERS)

Die nächsten Tech-Börsengänge könnten alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Doch ein Blick auf die Geschäftszahlen wirft unbequeme Fragen auf.

In den USA steht mit SpaceX, OpenAI und Anthropic die wohl größte Welle von Börsengängen in der Geschichte an. Was die drei Aspiranten noch gemeinsam haben: Sie machen Verluste und müssen erst beweisen, dass ihre Geschäftsmodelle profitabel sein können.

Die Debüts sind insofern ein Test für den Appetit der Investoren auf Aktien von wachstumsstarken, aber defizitären Technologiekonzernen. Anthony Saglimbene, Chef-Marktstratege des Finanzdienstleisters Ameriprise sagt: „Sobald wir die anfängliche Begeisterungsphase hinter uns gelassen haben, in der jeder die Aktien haben will, werden diese Unternehmen zeigen müssen, wie hoch ihre Gewinne sind.“

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Mit den IPOs (Initial Public Offering, auf Deutsch: Börsengang) der drei könnte der 69 Billionen Dollar schwere US-Aktienmarkt um weitere drei Billionen Dollar wachsen, wie die Analysefirma LPL Financial schätzt.

Sind die Bewertungen gerechtfertigt?

Was diese drei Kandidaten von anderen unterscheidet, ist die deutliche Diskrepanz zwischen Bewertung und Fundamentaldaten. Sie streben nach Bewertungen, die mit denen von Meta und Palantir konkurrieren, jedoch ohne deren Historie nachhaltiger Gewinne. Allein das Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk peilt eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an. Damit würde das Unternehmen aus dem Stand in die Top Ten der wertvollsten Börsenwerte vorstoßen.

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI erhofft sich Berichten zufolge eine Marktkapitalisierung von rund einer Billion Dollar. Der Rivale Anthropic wurde bei einer Finanzierungsrunde im Mai mit 965 Milliarden Dollar bewertet, mehr als doppelt so hoch wie drei Monate zuvor.

Die Crux dabei sind die fehlenden Gewinne. SpaceX verzeichnete im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von mehr als 18,6 Milliarden Dollar einen Verlust von fast fünf Milliarden Dollar. Der Grund sind hohe Investitionen in die KI-Tochter xAI, wie aus dem Prospekt für den Börsengang am Freitag hervorgeht. Der Umsatz- und Gewinnbringer ist die Satellitenkommunikationssparte Starlink.

Auch die auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierten Softwarefirmen OpenAI und Anthropic sind Medienberichten zufolge unprofitabel. Anthropic und OpenAI haben beide einen vertraulichen Antrag auf einen Börsengang gestellt, bei dem zunächst keine konkreten Angaben zum Volumen oder den Bedingungen gemacht werden. Die Debüts werden frühestens im Herbst erwartet.

Boom bei Tech-Aktien

Das Trio will vom Appetit der Anleger auf wachstumsstarke Technologiewerte profitieren. Dieser Boom hat bereits einer kleinen Gruppe von Unternehmen zu einem vergleichsweise großen Einfluss auf den US-Leitindex S&P 500 verholfen. Die „Glorreichen Sieben“ – Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia, Meta und Tesla – machen inzwischen etwa ein Drittel des Indexgewichts aus.

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