Laut Studie
So viele Tassen Kaffee könnten die Leber schützen
08.07.2026 – 14:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Kaffee könnte der Leber guttun: Eine große Langzeitstudie zeigt Zusammenhänge mit einem geringeren Risiko für schwere Lebererkrankungen.
Regelmäßiger Kaffeekonsum steht möglicherweise mit einer besseren Lebergesundheit in Verbindung. Das legt eine Untersuchung nahe, die in der Fachzeitschrift „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ veröffentlicht wurde. Demnach hatten Kaffeetrinker ein geringeres Risiko für Leberzirrhose, Leberkrebs und einen Tod durch eine Lebererkrankung als Menschen, die keinen Kaffee tranken.
Das Risiko nahm bei Kaffeekonsum ab
Für die Studie werteten die Forscher Daten von 354.957 Teilnehmern der britischen UK Biobank aus. Die Teilnehmer hatten zu Beginn weder eine Leberzirrhose noch Leberkrebs und wurden über einen mittleren Zeitraum von 13 Jahren beobachtet. Wie viele Tassen Kaffee sie durchschnittlich pro Tag tranken, gaben die Probanden in Fragebögen an. Eine standardisierte Tassengröße gab es dabei nicht.
Das Ergebnis: Menschen, die fünf oder mehr Tassen täglich tranken, hatten im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern ein um 32 Prozent geringeres Risiko für eine Leberzirrhose, ein um 47 Prozent niedrigeres Risiko für Leberkrebs und ein um 42 Prozent geringeres Risiko, an einer Lebererkrankung zu sterben.
Positive Effekte auf die Lebergesundheit zeigten sich jedoch bereits bei ein bis zwei Tassen Kaffee täglich. Am stärksten waren diese bei drei bis vier Tassen pro Tag.
Was dahinterstecken könnte
Zusätzlich untersuchten die Wissenschaftler MRT-Aufnahmen der Leber. Kaffeetrinker wiesen demnach im Durchschnitt weniger Leberfett, weniger Narbengewebe (Anzeichen für Leberfibrose und Folge einer Fettleber) und weniger Leberentzündungen auf. In Blutproben fanden sich außerdem mehr Eiweiße, die mit einer gesunden Leberfunktion in Verbindung stehen, und weniger Marker, die mit Entzündungen und Vernarbungen zusammenhängen.
Interessanterweise zeigten sich die beobachteten Zusammenhänge sowohl bei koffeinhaltigem als auch bei entkoffeiniertem Kaffee. Das spricht dafür, dass nicht allein das Koffein für den möglichen Effekt verantwortlich ist.
Gut zu wissen
Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) sind bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag für gesunde Erwachsene unbedenklich. Das ist etwa so viel, wie in maximal viereinhalb Bechern Filterkaffee mit je 200 Millilitern oder sieben kleinen Tassen Espresso mit je 40 Millilitern enthalten ist.
Kaffee ersetzt keinen gesunden Lebensstil
Die Autoren betonen jedoch, dass die Studie keine Ursache-Wirkungs-Beziehung, sondern lediglich einen Zusammenhang zeigt. Ob tatsächlich der Kaffee die Leber schützt, lässt sich daraus nicht ableiten. Auch wenn bei der Gruppe mit der höchsten Aufnahme von fünf oder mehr Tassen täglich ein Nutzen feststellbar war, raten die Forscher nicht dazu, allein zum Schutz der Leber mit dem Kaffeetrinken zu beginnen oder besonders große Mengen zu konsumieren.
Um Lebererkrankungen vorzubeugen, bleiben ein gesundes Körpergewicht, wenig Alkohol, regelmäßige Bewegung sowie gut eingestellte Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte die wichtigsten Maßnahmen.
