Zigarettenpreise sollen deutlich steigen

Koalition einigt sich offenbar bei Tabaksteuer


Aktualisiert am 09.10.2026 – 10:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Frau zündet sich eine Zigarette an (Archivbild): Die Tabaksteuer soll ab 2027 stärker steigen als bislang geplant. (Quelle: Fabian Sommer/dpa/dpa-bilder)

Die Koalition will die Tabaksteuer stärker anheben als ursprünglich geplant. In der Union ist der Widerstand dagegen laut einem Bericht nun weitgehend ausgeräumt.

Im Streit um die geplante Erhöhung der Tabaksteuer hat es offenbar eine Einigung innerhalb der Koalition gegeben. Nach Informationen der „Bild“ haben Finanzpolitiker der Union ihren Widerstand gegen die verschärften Steuerpläne aufgegeben.

Damit könnte die Tabaksteuer ab 2027 stärker steigen als zunächst von der Bundesregierung vorgesehen. Ein entsprechender Änderungsantrag von CDU/CSU und SPD liegt bereits vor und war am Montag Gegenstand einer öffentlichen Anhörung im Finanzausschuss des Bundestags.

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Nach „Bild“-Informationen hatte Unionsfraktionschef Thorsten Frei am Dienstag an einer Sitzung der Arbeitsgruppe Finanzen seiner Fraktion teilgenommen. Dort habe es erneut deutliche Kritik an der geplanten Erhöhung gegeben. Am Ende habe sich Frei jedoch mit seinem Kurs durchgesetzt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (l.) und Unionsfraktionschef Thorsten Frei im Bundestag (Archivbild): Frei soll den Widerstand in der Union ausgeräumt haben. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Packung könnte 2027 9,10 Euro kosten

Für Raucher könnten die Änderungen deutlich spürbar werden. Eine Packung mit 20 Zigaretten, die derzeit rund acht Euro kostet, könnte dem Bericht zufolge 2027 im Durchschnitt 9,10 Euro kosten. Bis 2030 wird demnach sogar mit einem Preis von 11,78 Euro gerechnet.

Damit würde die Belastung noch stärker steigen als im ursprünglichen Gesetzentwurf der Bundesregierung. Dieser sieht für eine 20er-Packung einen durchschnittlichen Preis von 8,77 Euro im kommenden Jahr vor. Bis 2030 sollte dieser nach der bisherigen Planung auf 11,36 Euro steigen.

Das Bundeskabinett hatte den Entwurf im Juli beschlossen. Die Koalitionsfraktionen legten anschließend einen Änderungsantrag vor, der höhere Steuersätze vorsieht. Nach Angaben des Bundestags sollen die zusätzlichen Einnahmen dadurch 2027 rund 1,5 Milliarden Euro betragen. Für die Jahre 2027 bis 2030 rechnet die Koalition insgesamt mit rund 11,7 Milliarden Euro Mehreinnahmen.

Ganz ausgeräumt ist der Streit allerdings noch nicht. Über die Besteuerung von Feinschnitt – also Tabak zum Selbstdrehen von Zigaretten – soll nach „Bild“-Informationen vor der zweiten und dritten Lesung im Bundestag weiter beraten werden.

Kritiker der stärkeren Erhöhung warnen davor, dass Raucher verstärkt auf günstigere Produkte aus dem Ausland oder den Schwarzmarkt ausweichen könnten. Befürworter verweisen dagegen neben den zusätzlichen Staatseinnahmen auch auf gesundheitspolitische Effekte höherer Tabakpreise.

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