Ein Leberschaden durch Alkohol mit zu viel Östrogen verursacht beim Mann gleichzeitig einen Mangel an Testosteron. Ein solcher Östrogenüberschuss kann dazu führen, dass es für den Mann selbst bei starkem sexuellem Verlangen zunehmend schwieriger wird, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten. Wer seinen Alkoholkonsum dann nicht deutlich einschränkt, riskiert langfristig dauerhafte Impotenz.
Überdies kann sich das Aussehen eines Mannes verändern, wenn dieser regelmäßig zu viel Alkohol trinkt: Ein erhöhter Östrogenspiegel führt nämlich typischerweise zu einer gutartigen, aber mitunter schmerzhaften und kosmetisch störenden Vergrößerung des männlichen Brustdrüsengewebes (Gynäkomastie). Viele Männer verlieren infolge des Östrogenüberschusses zudem ihre Behaarung am Bauch und an der Brust, manche auch ihre Schamhaare. Diese Veränderungen treten umso eher auf, je schwerer der zugrunde liegende Leberschaden ist.
Bei einer alkoholbedingten Leberzirrhose kann nur ein Alkoholverzicht das Fortschreiten der Erkrankung stoppen. Doch nicht immer ist Alkohol für einen leberbedingten Überschuss an Östrogen verantwortlich: Mitunter entstehen Leberschäden auch durch andere Umstände, ohne dass die Betroffenen selbst etwas daran ändern können. So ist in Deutschland die chronische Leberentzündung (genauer: die chronische Virushepatitis B oder C) die zweithäufigste Ursache für Leberzirrhose.
Zu den weiteren möglichen Ursachen zählen leberschädigende Medikamente, Stoffwechselstörungen (wie bei Übergewicht mit viel Bauchfett und/oder Diabetes), Autoimmun- und Erbkrankheiten sowie chronische Erkrankungen der Gallenwege. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass ihre Leber geschädigt ist, bis deren Funktion spürbar nachlässt. Daher ist es ratsam, neue oder hartnäckige Symptome (einschließlich allgemeiner Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Oberbauchschmerzen oder Übelkeit) immer ärztlich abklären zu lassen.
