Forschung aus Großbritannien

Wenn Ihr Halsumfang zu groß ist, drohen ernste Krankheiten


24.09.2025 – 11:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Maßband statt Waage: Ein großer Halsumfang kann auf gefährliches Körperfett hindeuten. (Quelle: Frazao Studio Latino/getty-images-bilder)

Er wirkt harmlos, doch ein breiter Hals kann mehr über Ihre Gesundheit verraten als Ihr Gewicht. Das berichten Forscher aus Großbritannien.

Viele messen ihr Gewicht, zählen Kalorien oder achten auf ihren Bauchumfang. Doch nur wenige denken daran, ihren Halsumfang zu kontrollieren. Dabei kann gerade dieser, neuen Erkenntnissen zufolge, mehr über den Gesundheitszustand verraten als viele klassische Werte – selbst dann, wenn das Gewicht im Normalbereich liegt.

Mediziner nutzen zur Einschätzung von Gesundheitsrisiken traditionell den Body-Mass-Index (BMI) oder das Verhältnis von Taille zu Hüfte. Diese Werte zeigen, wie viel Fett sich am Körper befindet, aber nicht, wo es sitzt. Der Hals liefert hier zusätzliche Hinweise.

Forscher der Kingston University haben jetzt herausgefunden: Ein größerer Halsumfang kann ein Warnsignal für ernsthafte Erkrankungen sein. Denn er zeigt, wo sich Fett ansammelt – vor allem im oberen Körperbereich. Dieses Fett gibt Fettsäuren ins Blut ab, die den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen können. So gerät etwa die Regulation von Cholesterin, Blutzucker und Herzrhythmus aus der Spur.

Der Halsumfang wird damit zu einem indirekten Maß für sogenanntes viszerales Fett, also jenes Fett, das sich im Bauchraum um die Organe legt und besonders ungesund ist.

Besonders deutlich ist der Zusammenhang zwischen Halsumfang und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer einen breiten Hals hat, entwickelt häufiger Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder gar Herzschwäche. Vorhofflimmern kann zu Blutgerinnseln und Schlaganfällen führen und langfristig in eine Herzinsuffizienz übergehen.

Auch die Gefäße selbst sind betroffen. Ein größerer Halsumfang erhöht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Dabei verengen sich die Herzkranzgefäße und verringern die Sauerstoffzufuhr zum Herzen.

Doch nicht nur das Herz ist gefährdet. Auch die Stoffwechselgesundheit leidet. Menschen mit größerem Halsumfang erkranken häufiger an Typ-2-Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes. Diese Formen der Zuckerkrankheit können langfristig zu schweren Komplikationen führen, etwa Sehverlust oder Amputationen.

Hinzu kommt: Ein dicker Hals kann die Atmung beeinträchtigen. Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen großem Halsumfang und obstruktiver Schlafapnoe. Dabei kommt es während des Schlafs wiederholt zu Atemaussetzern. Betroffene fühlen sich am Tag oft stark erschöpft und haben ein erhöhtes Unfallrisiko.

Die Werte sind klar definiert: Bei Männern gilt ein Halsumfang ab 43 Zentimetern als risikoreich. Bei Frauen liegt die Grenze bei 35,5 Zentimetern. Wer darüber liegt, sollte laut Studienautoren seine Gesundheit genau im Blick behalten, selbst wenn der BMI im Normalbereich liegt.

Denn das Erstaunliche ist: Die Risiken gelten auch für Menschen, die laut Gewicht gar nicht übergewichtig sind. Der Hals zeigt gewissermaßen versteckte Fettreserven an, die mit herkömmlichen Methoden oft unentdeckt bleiben. Und: Mit jedem zusätzlichen Zentimeter Halsumfang steigen die Erkrankungs- und Sterberaten.

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