Er ist seit Jahren Teil der deutschen Popkultur. „Hier gehör’ ich hin“, singt Johannes Oerding in seinem neuen Album und t-online hat nachgefragt, wo das eigentlich ist.
Hut, Dreitagebart und Falten, die verraten, dass dieser Mann wohl schon oft in seinem Leben gegrinst haben muss. Johannes Oerding lächelt freundlich in die Bildschirmkamera, bereit für Fragen nach den schönen und den schwierigen Zeiten in seinem Leben.
Seit 2009 ist Oerding als Musiker in Deutschland bekannt, seit 2021 ist er jährlich Gastgeber der TV-Show „Sing meinen Song“. Mit t-online spricht er über die Liebe, über unerwartet tiefe Trauer und darüber, warum er bei Sarah Connor wieder zum kleinen Jungen wird.
t-online: Herr Oerding, woher weiß man, wo man hingehört?
Johannes Oerding: Ich habe es körperlich gespürt. Eigentlich wollte ich eine Pause von der Musik machen. Aber nach drei Monaten auf Weltreise wusste ich, dass ich einen Song schreiben muss. Dagegen kam mein Kopf gar nicht an. Ich habe gemerkt, dass ich dafür geboren bin.
Hatten Sie dieses Gefühl schon öfter?
Erst gestern hatte ich es wieder. Sarah Connor hat hier in Hamburg ein Konzert gegeben. Als ich zu ihr auf die Bühne gekommen bin, hatte ich Gänsehaut. Die Menschen haben mich so herzlich willkommen geheißen, wie ich es noch nie erlebt habe. Ich wusste sofort, hier gehöre ich hin.
Zur Person
Johannes Oerding, geboren 1981, ist Sänger und Songwriter. Bekannt wurde er 2009 mit seinem Album „Erste Wahl“. Seit 2019 ist er Teil der TV-Show „Sing meinen Song“. 2025 saß er in der Jury des ESC-Vorentscheids. Oerding arbeitete unter anderem mit Peter Maffay und Sarah Connor zusammen, so auch auf seinem neuen Album „Hotel“, das am 27. März 2026 erscheint.
Sie arbeiten schon seit einiger Zeit mit Sarah Connor zusammen. Wie ist es, mit ihr auf der Bühne zu stehen?
Bei Sarah Connor werde ich ein kleiner Junge, ein richtiger Fanboy. Ich will nichts falsch machen und bin bei ihr deshalb sehr behutsam und schüchtern. Das bin ich sonst gar nicht. Sie würde wahrscheinlich das Gegenteil über mich sagen.
Woher kommt diese Schüchternheit?
Ich glaube, das liegt einerseits daran, dass sie wahnsinnig talentiert und professionell ist. Andererseits daran, dass ich sie so sehr bewundere, dass ich sie beeindrucken will.
Geht es Ihnen bei der Zusammenarbeit mit Peter Maffay genauso?
Anfangs schon. Ich kannte ihn nur aus dem Fernsehen und er ist einer der erfolgreichsten deutschen Solokünstler. Mittlerweile kenne ich ihn seit zehn Jahren, und es hat sich eine Freundschaft entwickelt, so ein Buddy-Ding. Wir sind sehr offen miteinander wie zwei Fußballjungs, die auf dem Platz sitzen und über Musik reden. Das ist total ungewöhnlich.
Was ist daran ungewöhnlich?
