Experte klärt auf
Sind Toilettenhocker besser für den Stuhlgang?
Aktualisiert am 25.07.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Manche schwören auf den Toilettenhocker, andere haben noch nie von ihm gehört. Doch er bietet bei manchen Beschwerden echte Vorteile.
Der moderne Toilettensitz zwingt uns in einen 90-Grad-Winkel – und genau das blockiert den Darm. Und es begünstigt Krankheiten rund um den Darm und den Analbereich. Schon eine kleine Veränderung der Beinhaltung kann das Problem aber lösen.
Es gibt sie aus Holz oder aus Plastik, in verschiedenen Größen, zum Zusammenfalten und sogar mit Halterung für das Handy: Immer mehr Händler bieten Toilettenhocker für eine bessere Verdauung an. Man stellt sie auf den Boden vor sich und setzt die Füße darauf, fertig. Bequem ist das nicht unbedingt. Doch Befürworter sagen: Diese Sitzhaltung sei gesünder, die Anatomie des Menschen sei für die moderne Toilette nicht gemacht.
Über Jahrtausende seien wir in die Hocke gegangen, um abzuführen. Die heute übliche Haltung auf dem WC aber knicke den Darm ab. Das führe zu zahlreichen Problemen wie Verstopfung, Blähungen, Reizdarm und Hämorrhoiden.
So verändert der Toilettenhocker die Haltung
In der üblichen Haltung ohne Schemel sitzen Menschen auf der Toilette wie auf einem Stuhl: Rumpf, Ober- und Unterschenkel bilden jeweils einen Winkel von 90 Grad. Mit einem Toilettenhocker heben sich nun die Knie und kommen näher an den Oberkörper heran. Er neigt sich leicht nach vorn, das Becken richtet sich auf.
„Aus medizinischer Sicht ist diese Haltung absolut sinnvoll“, sagt Prof. Thomas Frieling, Gastroenterologe und Vorstandsmitglied des Vereins Gastro-Liga, der Menschen über Tabuthemen wie Reizdarm oder Darmentleerung aufklären möchte. „Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass diese Position günstig für die Entleerung ist.“
Wer statt Hocker einfach den Oberkörper nach vorn beuge, erreiche nicht denselben Effekt, so Frieling: „Es geht um den Winkel zwischen Oberschenkel und Kreuzbein.“ Der Enddarm könne sich so weiter öffnen und leichter entleeren. Für gesunde Menschen ohne Probleme sei die Haltung nicht so entscheidend. Wer aber ohnehin zum Beispiel an Darmträgheit oder öfter an Verstopfung leidet, könne durch eine Änderung der Sitzhaltung manchmal besser abführen.
„Ob es nun unbedingt solch ein Hocker sein muss, ist eine andere Frage“, sagt Frieling. Wer einmal ausprobieren möchte, ob angewinkelte Oberschenkel auf der Toilette besser sind als die übliche Stellung, kann es vor dem Kauf einfach mit einem Stapel Zeitungen oder Bücher ausprobieren.
Welche Beschwerden bessern sich durch den Toilettenhocker?
Durch diese Position wird starkes Pressen vermieden – und somit die Gefahr, die empfindliche Haut am Darmausgang zu verletzen. Einrisse und Blutungen wären die Folgen. Auch Hämorrhoiden und eine Absenkung von Beckenboden und/oder Gebärmutter entstehen seltener.
