Kurz vor Börsengang

Modegigant Shein ist viel weniger wert als früher


17.08.2026 – 13:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Shein-Store: Der Modehändler war einst mit 100 Milliarden US-Dollar bewertet. (Quelle: Carmy Breton/imago-images-bilder)

Der chinesische Händler Shein mischt den Markt mit Klamotten zu Tiefstpreisen auf. Doch bei dem Börsendebüt in Hongkong droht dem Unternehmen eine kalte Dusche.

Der Billigmodehändler Shein will in Hongkong an die Börse gehen, doch offenbar zu einem deutlich niedrigeren Wert als es noch vor wenigen Jahren möglich gewesen wäre. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters rechnen Insider damit, dass Shein beim Börsengang mit rund 25 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Je nach endgültigem Ausgabepreis der Aktien könnten es auch bis zu 28 Milliarden Dollar werden.

Der Börsenwert beschreibt vereinfacht gesagt, wie viel ein Unternehmen aus Sicht der Anleger insgesamt wert ist. Bei Shein fällt dieser Wert nun deutlich geringer aus als früher erwartet. Zuletzt waren noch 30 bis 40 Milliarden Dollar im Gespräch. Bei einer Finanzierungsrunde im Jahr 2022 war Shein sogar noch mit 100 Milliarden Dollar bewertet worden.

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Die Zeichnungsfrist für die Aktien soll am 19. August beginnen. Das bedeutet: Investoren können dann angeben, ob und zu welchem Preis sie Shein-Aktien kaufen wollen. Der erste Handelstag an der Börse in Hongkong ist für den 28. August geplant.

Warum Shein unter Druck steht

Shein ist vor allem für sehr günstige Mode und ständig neue Kollektionen bekannt. Das Unternehmen produziert seine Kleidung in China und verkauft sie außerhalb des Landes über die eigene Webseite. Täglich kommen Tausende neue Artikel hinzu.

Lange funktionierte dieses Modell sehr erfolgreich. Shein konnte viele Produkte direkt aus China an Kunden in Europa und den USA verschicken. Dabei profitierten Anbieter wie Shein und Temu von Regeln, nach denen günstige Kleinsendungen oft zollfrei oder besonders günstig ins Land kamen.

Doch diese Vorteile werden zunehmend eingeschränkt. In den USA wurde die Zollfreiheit für bestimmte Billigsendungen abgeschafft. Auch die Europäische Union geht schärfer gegen günstige Direktimporte vor. Für Shein bedeutet das: Der Versand wird teurer, die Kosten steigen und das Geschäftsmodell mit extrem niedrigen Preisen gerät unter Druck.

Anleger sind vorsichtiger geworden

Hinzu kommt: Shein wächst nicht mehr so stark wie früher. Darauf achten Investoren vor einem Börsengang besonders. Wenn ein Unternehmen rasant wächst, sind Anleger in der Regel bereit, hohe Preise für die Aktien zu zahlen. Lässt das Wachstum nach oder schreibt ein Unternehmen Verluste, sinkt die Bereitschaft dazu.

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